Schach ist Sport

Beim Turniersimultan zeigt sich der Schachsportler von seiner besten Seite. Er bewegt nicht nur die Figuren dynamisch auf dem Brett, sondern auch sich selbst um die Bretter des Turniers, denn simultan (gleichzeitig) müssen alle Partien gespielt werden. Am letzten Donnerstag erwies sich Roman als strategisch, taktisch und läuferisch überlegen und gewann gleich zwei eineinhalbstündige Turniere (siehe Tabellen).

20160818_Turniersimultan

Heute soll es im Schnellschach weitergehen. Ab 18 Uhr ist der Fahrenkamp 27 geöffnet, um 19 Uhr soll das fünfrundige Turnier beginnen.

Verzichten müssen wir dabei auf die Teilnehmer des Schwarzach-Opens, die in der 6. Runde nur 2 aus 5 geholt haben: Kai gewann, Axel und Christian spielten remis. – Jetzt bleiben nur noch drei Runden, um aus dem Mittelfeld nach vorn zu kommen.

Aktuelle Ergebnisse aus Schwarzach

Die 5. Runde lief überhaupt nicht gut für den SC Diogenes: Im Hauptturnier unterlag Axel dem ungarischen IM Sandor Videki und bleibt somit mit 2,5 Punkten im Mittelfeld. Im B-Turnier verloren Thomas und Ralf ihre Spitzenpaarungen, in den Mittelfeldduellen konnte nur Kai ein remis erzielen, Christian verlor. – Leider gibt es keine Partien aus Schwarzach, so dass die Umstände der Niederlagen (Zeinot?) offen sind. – Mit 3 bzw. 2,5 Punkten liegen alle vier in der Tabelle deutlich hinter ihrer Startnummer. – In den verbleibenden vier Runden ist aber noch vieles möglich!

Sommeraktivitäten

Schach lässt sich im Sommer an vielen Orten spielen – nicht nur im Fahrenkamp – und so gibt es immer wieder Aktive, die es in die Ferne zieht, um das königliche Spiel auch gegen internationale Gegner, vielleicht gegen Großmeister, zu spielen.

Einen kurzen Beitrag zum Open in Kiel hatte ich schon geschrieben – mehr in der TONNE 169! – Aber es gab und gibt noch andere Turniere:

Ende Juli hat Tom Woelk bei den Vellmarer Schachtagen 4 Punkte aus 7 Partien geholt und ist damit weiter auf dem Vormarsch zur ELO 2000.

Holger Bartels hat den SC Diogenes beim Arber-Open vertreten, das in diesem Jahr in Bodenmais stattgefunden hat. Holger hat alle möglichen Ergebnisse dreimal erzielt und damit 4,5 aus 9 geholt. In der TONNE 169 gibt es Partieausschnitte zu sehen, die zeigen, dass mehr möglich war.

Aktuell spielt der halbe Vorstand in Schwarzach(Österreich): Während Thomas, Ralf, Kai und Christian Kalla im B-Turnier (an 1, 4, 5 und 17 gesetzt) versuchen, einen der sieben Preise zu ergattern, muss Axel im Hauptturnier spielen und hat in der 2. Runde auch schon einen GM vor dem Brett gehabt – leider ohne Erfolg. Der Zwischenstand (nach drei Runden): Axel 1,5; Thomas 2; Ralf 2,5; Kai 2; Christian 1,5.

Am Donnerstag soll im Fahrenkamp wieder ein Schnell-Schach-Grand-Prix stattfinden. Im Terminkalender finden wir den Beginn 19 Uhr, doch das angegebene Ende „20 Uhr“ ist falsch. – Vermutlich spielen wir bis etwa 22 Uhr.

Kieler Open endet mit Hockenheimer Doppelsieg

Das 29. Kieler Open – direkt an der Förde gespielt – ist Geschichte. In neun Runden an sieben Tagen ließen die Hockenheimer Bundesligaspieler David Baramidze und Arik Braun mit 8 Punkten den Rest des Feldes um 1,5 Punkte hinter sich. Die Wiederholung seines Turniersiegs aus dem Vorjahr gelang Baramidze nur aufgrund der besseren Feinwertung (Buchholzsumme) bei gleicher Buchholz. Die drei weiteren Großmeister (Lanka, Voloshin und Ernst) konnten die beiden Turniersieger nicht in Gefahr bringen.

Der beste Norddeutsche wurde Andreas Plüg (Preetz) mit 6,5 Punkten auf Platz 4. Bester Hamburger wurde mit 6 Punkten Jonah Krause, der mittlerweile für St. Pauli spielt und in der letzten Runde gegen seinen Bruder Benedikt (Norderstedt) spielen musste.

Für große Aufmerksamkeit sorgte das Auftreten des 11-jährigen indischen Talents Dhanush Bharadwaj (ELO 2296). Mit seinen 5,5 Punkten wird er vermutlich nicht zufrieden sein, doch immerhin gewann er das Blitzturnier! – Sein Ziel: Weltmeister werden! – Auch Magnus Carlsen hat 2002 beim Kieler Open noch Platz 15 belegt, vier Plätze hinter David Baramidze, der punktgleich damals 6 Punkte geholt hat.

Weitere Einzelheiten über das Turnier, das über 120 Spielerinnen und Spieler in zwei Gruppen spielten, folgen in der nächsten Tonne.

TONNE 169

Nach den Sommerferien soll es eine neue Ausgabe der Tonne geben. Alle, die noch etwas von den letzten Turnieren (HMM, HJMM, HEM, HJEM, …) berichten möchten, sind herzlich eingeladen (aufgefordert!?) ihren Beitrag bis Mittwoch, den 24. August, an den Vorstand zu senden:
vorstand„et“scdiogenes.de oder vize„et“scdiogenes.de oder webmaster„et“scdiogenes.de

Dabei kann es auch gern Aufgaben geben, die sich aus Partien ergeben haben. – Diagramme dazu können beim Layout im Nachhinein in dem Bericht ergänzt werden!

Erfolgreiches Schachwochenende für den SC Diogenes

Tom hat auch in der 7. Runde des CLF-Chess-Open in Jena gewinnen können und mit 5 aus 7 einen hervorragenden 8. Platz erreicht – mit nur einem halben Punkt Rückstand auf den Turniersieger Ferenc Langheinrich vom SV Empor Erfurt.
Herzlichen Glückwunsch!
Beim HASPA-Schachpokal in Bargteheide hat Markus mit 5,5 aus 7 den Turniersieg geteilt und nach Wertung Platz 3 belegt. Mit seinem vierten Sieg konnte er zu den Führenden Dmitrij Kollars und Benedict Krause aufschließen und hat gegenüber Jonathan Carlstedt und Aljoscha Feuerstack die bessere Wertung – herzlichen Glückwunsch!

Das neunrundige IM-Turnier hat IM Michael Kopylov mit 6,5 aus 9 gewonnen und damit seinen Vorjahressieg wiederholt – herzlichen Glückwunsch!

Aktuelle Ergebnisse

Während Tom in Jena seine 6. Runde gewinnen konnte und nun mit 4 aus 6 auf Platz 10 liegt, hat Markus in Bargteheide erneut remis gespielt. Dort liegt er nun mit drei weiteren Spielern mit einem halben Punkt Rückstand zur Spitzengruppe (Kollars, Krause, Feuerstack) wertungsgleich auf Platz 4 bis 7.
In der Schlussrunde spielt Markus wieder gegen einen Spieler von SKJE: Wesal Moshtael ist auch noch ohne Niederlage.

Wir wünschen Tom und Markus einen erfolgreichen Turnierabschluss!

 

Lehrreiche Momente

In der vierten Runde des HASPA-Schachpokal 2016 kam es in Bargteheide zum Duell zweier Spieler, die sich aus zahlreichen Partien gut kennen. Diese Partie wurde letztendlich erst nach 156 Zügen entschieden und bietet viele lehrreiche Momente. An dieser Stelle möchte ich den Organisatoren des HASPA-Schachpokal danken, dass sie so ein Turnierangebot schaffen und schon schnell nach Partieende die Partien der ersten zehn Bretter veröffentlichen:

Markus Hochgräfe (2383) – Jan-Paul Ritscher (2248)


Stellung nach 41. De4
Nach der Zeitkontrolle hat Weiß mehr Raum und das bessere Figurenspiel und daher deutlichen Vorteil. Nun gibt es jeweils 30 Minuten für den Rest der Partie und zusätzlich 30 Sekunden Bonus pro Zug.
41…Teg8 42.Df5 De8 43.Ld2 Lc7 44.Th6 De7 45.Dh5+ Kf8 46.Dh4 Ld8 47.Lf4 Df7 48.Le5 Tg6 49.Th7 T6g7 50.Ld6+ Ke8 51.Th6
Die weißen Figuren drücken die schwarzen Figuren in die Verteidigung, doch welcher Schwachpunkt wird Schwarz zum Verhängnis?
51…Tg6

Wie soll Weiß auf das Tauschangebot eingehen? – Hier ist langes Nachdenken erforderlich, das in dieser Bonus-Phase der Partie vermutlich nicht mehr gut möglich war. – Die Pointen ergeben sich erst im 55. oder 57. Zug!

 

[Jetzt sind Sie am Zug. – Was hat Ihr intensives Nachdenken ergeben? – Wir lassen zunächst die Partiezüge folgen:]

52…Txg6 53.Dh5 f5 54.Dh8+ Tg8 55.De5 Tg6 56.d5 cxd5 57.Lxd5 Th6 58.b4 Dh7 59.Kg1 Lg5 60.a3 Kf7 61.Lg2


Der weiße Vorteil ist nicht mehr so erdrückend wie noch zehn Züge zuvor. In der weiteren Folge konnte Markus zwar eine Figur erobern, doch nach mehr als fünfzig weiteren Zügen ist die folgende Stellung entstanden:


115.Kxe5
Weiß hat seinen letzten Bauern schon im 103. Zug gegeben und hat nun einen Fünfsteiner erreicht, der bei bestem Spiel zum Remis führt, doch der Verteidiger muss unter Zeitdruck genau spielen.
115…Ta1 116.Tb4 Te1+ 117.Le4+ Kc3 118.Tb8 Kc4 119.Tc8+ Kb5 120.Tc2 Kb6 121.Kd4 Td1+ 122.Kc4 Tg1 123.Tb2+ Kc7 124.Kc5 Tc1+ 125.Kd5 Tg1 126.Tc2+ Kd7 127.Lf5+ Ke7 128.Ke5 Te1+ 129.Le4 Kd7 130.Tc3 Ta1 131.Lf5+ Kd8 132.Tc8+ Ke7 133.Tc7+ Kd8


134.Td7+
Der schwarze König ist schon einmal an den Rand gedrängt.
134…Ke8 135.Kf6 Ta6+ 136.Le6 Ta1 137.Tc7 Td1 138.Tc8+ Td8 139.Tc2 Td1 140.Tc3 Tf1+ 141.Lf5 Td1 142.Tc2 Td6+ 143.Ke5 Td1 144.Ke6 Te1+ 145.Kf6 Td1 146.Tc8+ Td8
Schwarz hat weiter alles im Griff.


147.Tc7 Td1 148.Tc2 Td6+ 149.Le6 Td1 150.Th2 Kd8 151.Tc2 Ke8
Wie oft gab es diese Stellung schon?

[Haben Sie noch den Überblick? – Sie haben sich vermutlich noch nicht sechs Stunden mit Schach beschäftigt, oder?]

152.Ta2
Als Verteidiger ist Geduld und Genauigkeit gefragt, doch beides geht nun verloren:
152…Tf1+ 153.Ke5 Te1+?? 154.Kd6 Td1+ 155.Ld5 Kf8 156.Tg2  1–0

[Wie hätte sich Schwarz verteidigen sollen? – Ein solches Drama haben zuletzt auch schon einige GM erlebt – Kopf hoch, Jan-Paul!]

 

Bei den Antworten geht es zunächst noch einmal mehr als 100 Züge zurück (zu Diagramm 2): Die Partie hätte einen Schönheitspreis verdienen können!

52.d5! Analysediagramm:


Der gefesselte Bauer e6 wird zum dritten Mal angegriffen! Gegen diesen Hebel hat Schwarz keine Antwort mehr, denn der Bauer kann nicht gut geschlagen werden!
52…cxd5 – der normale Zug wird auf elegante Weise widerlegt:  53.La4+! Ld7 54.Txg6 Txg6 (54…Lxa4 55.Dxg4!! Txg6 56.Dxa4+ und Weiß erhält einen Mattangriff!; 54…Dxg6 55.Txe6+ Kf7 56.Lxd7) 55.Dh8+ Tg8


Es sieht aus, als ob Schwarz alles im Griff hat, doch die schwarzen Verteidiger sind überlastet: 56.Txe6+!! Dieses fantastische Motiv kam leider nicht auf das Brett. 56…Dxe6 57.Dh5+! Dieses Diagonalschach legt das schwarze Problem frei: Der König hat keinen Bewegungsspielraum und ist mit seinen Deckungsaufgaben überlastet: 57…Df7 58.Lxd7+ Kxd7 59.Dxf7+ Kc6 60.Dxg8 und Weiß hat alles mit Ertrag zurück.

Auch der Tausch 52…Txh6 entlastet Schwarz nicht. 53.Dxh6 Dg6 (53…cxd5? 54.La4+! Ld7 55.Txe6+!!) 54.Dxg6+ Txg6 55.dxe6 Nun hat Schwarz zwar nur einen Bauern verloren, doch die Probleme sind nicht gelöst, denn sowohl e6–e7 als auch Th1 drohen.


Dreimalige Stellungswiederholung
:
Nach dem 139. und 149. Zug ist die Stellung mit dem Zug 151….Ke8 schon zum dritten Mal auf dem Brett – doch wer hat in so einer Partie noch den Überblick?

Den halben Punkt retten…
Wenn der weiße Turm die c-Linie verlässt kann Schwarz mit 152….Kd8 auf die d-Linie gehen. Nach 153.Ta7 wird Kc7 verhindert, aber 153…Td2 ist ein guter Abwartezug. 154.Ke5 erfordert noch einmal Aufmerksamkeit! 154…Tb2, aber nicht 154…Td1?? 155.Ld5 und Weiß hat sein Ziel erreicht!


Diese Position muss der Angreifer anstreben und der Verteidiger verhindern. Schwarz ist machtlos gegen 156.Kd6, denn der schwarze König befindet sich im Mattnetz und der Ld5 kann mögliche Schachgebote von Schwarz parieren. Zum Beispiel 155…Ke8 156.Kd6 Kf8 157.Tf7+ Ke8 158.Tf2 Td4 159.Te2+ Kf8 160.Tg2 und Weiß zwingt Schwarz vor dem 165. Zug (50-Züge-Regel) in die Knie!

Daher ist 154…Tb2 wichtig!


155.Ld5 kann nun mit 155…Tb6 beantwortet werden!
Zu weiteren Feinheiten müssen wir dann lieber echte Endspielexperten befragen. – Vielleicht erläutert uns Karsten beim Training noch weitere Verteidungsmannöver – oder wir sehen uns einfach die Bücher oder DVDs noch einmal richtig an…

Abschließend möchte ich hier noch meine Hochachtung vor beiden Spielern äußern: Markus, der sich mit seinem Siegeswillen letztendlich durchsetzen konnte, aber auch vor Jan-Paul, der sich zäh verteidigt hat und am Ende kurz vor dem Ziel nicht mehr genügend Kraft und Durchblick hatte. – Dafür hat er zuvor Aljoscha Feuerstack besiegen können!

 

 

 

 

SCHACH in Bargteheide – Teil 3

Zu Beginn des dritten Tages musste Markus erst einmal durchatmen und seine Seeschlange verarbeiten. Mit einem schnellen Remis schonte er sich für einen neuen Kraftakt, der nun in Runde 6 gegen Malte Colpe erfolgen kann.
Da auch die Spitzenpaarung der 5. Runde mit einer Punkteteilung endete, konnten die Verfolger Epishin, Carlstedt (nach Niederlage in Runde 4 gegen Benedict Krause) und Feuerstack mit 4 aus 5 wieder aufholen. Bringt die 6. Runde eine Vorentscheidung? – Während sich Kollars (4,5) und Carlstedt im vereinsinternen HSK-Duell an Tisch 1 gegenüber sitzen, kann Epishin gegen Krause (4,5) einen direkten Konkurrenten aus dem Weg räumen.
Aktuelle Ergebnisse unter http://www.haspa-schachpokal.de/r6-a.php

SCHACH in Bargteheide – Teil 2

Der erste Tag war für Markus mit 2 aus 2 sehr erfolgreich und in der 3. Runde wartete der nächste Oberligaspieler von SKJE: Christoph Schroeder war im Januar mit Schwarz noch chancenlos, doch mit Weiß konnte er Markus das erste Remis abnehmen. Nun jagt Markus mit neun weiteren Spielern im Verfolgerfeld die fünf Führenden, von denen er mit Jan-Paul Ritscher auch direkt einen als Gegner der vierten Runde erhalten hat.

Von den gestern genannten Titelträgern sind nur noch Kollars und Carlstedt vorn dabei – sowohl Epishin als auch Feuerstack haben schon einmal verloren.
Aktuelle Ergebnisse unter http://www.haspa-schachpokal.de/r4-a.php

Nach 156 Zügen konnte sich Markus in einem Turm-Läufer gegen Turmendspiel durchsetzen, da Jan-Paul im 153. Zug den Remispfad verlassen hatte – eine Frage der Nerven und der körperlichen und geistigen Frische nach mehr als sechs Stunden hartem Kampf. – Einige Partien aus Bargteheide lassen sich auf der Turnierseite ansehen: http://www.haspa-schachpokal.de/partien16/hsp16.html

In der 5. Runde trifft Markus, der nun auf Platz 3 liegt, an Tisch 2 auf den Münchener Thomas Höfelsauer.