30. Deutsche Senioren Einzelmeisterschaften in Hamburg

Von Freitag (27.7.) bis Sonntag (29.7.) wurden in Bergedorf insgesamt vier neue Deutsche Meisterinnen und sechs neue Deutsche Meister geehrt. Zum ersten Mal spielte der Deutsche Schachbund die Titel in den beiden FIDE-Kategorien 50+ und 65+ aus. Fünf Titel wurden am Freitag im Blitzen vergeben, die anderen fünf Titel mussten ab dem 21. Juli bei großer Hitze im weitgehend gut klimatisierten Spielsaal einer bekannten Hotelkette ausgekämpft werden.

Beim Blitzen (5 Minuten + 3 Sekunden pro Zug) gewannen nach 11 Runden:

Deutsche Seniorenblitzmeisterin 2018 – 65+
Ursula Schumacher (HTC Bad Neuenahr)

Deutsche Seniorenblitzmeisterin 2018 – 50+
WIM Annett Wagner-Michel (SC Rotation Pankow)

Deutsche Nestorenblitzmeister 2018
Dieter Hottes (Stuttgarter SF)

Deutsche Seniorenblitzmeister 2018 – 65+
FM Gottfried Schumacher

Deutsche Seniorenblitzmeister 2018 – 50+
IM Bernd Schneider (Bochumer SV)

So gewann ein Ehepaar gemeinsam die Deutsche Senioren Blitzeinzelmeisterschaft. Es muss an der besonderen Konstellation von Sonne, Erde, Mond und Mars gelegen haben!?

Bei den neunrundigen Schweizer-System-Turnieren wurden beide Setzlisten von einem IM angeführt: IM Mihail Nekrasov (Elo 2305, SV Hockenheim) war in der Gruppe 65+ an 1 gesetzt, IM Dieter Pirrot (Elo 2365, SV Hofheim) in der Gruppe 50+.

Nekrasov blieb zwar ungeschlagen, doch musste fünfmal den Punkt teilen, so dass ihm am Ende nur Platz 7 blieb. Um Deutscher Meister zu werden, mussten 7,5 Punkte erzielt werden. Dies gelang Christian Hess (St. Pauli), doch er kam nur mühsam mit einem Remis in der ersten Runde in das Turnier, so dass ihm am Ende drei Buchholzpunkte zum Titel fehlten. Neuer Deutscher Seniorenmeister 65+ wurde Gerhard Kiefer (SC Emmendingen), der in den Runden 3, 5 und 9 remis spielte und sechs Partien zum Teil eindrucksvoll gewann, z.B. in Runde 8:

Kiefer,Gerhard (2256) – Juhnke,Juergen (2217)

  1. DSenEM2018–Gruppe-65 (8.1), 28.07.2018

Position nach 40…Dxd5:

Beide Könige stehen in einer Mattfalle, doch Schwarz ist nicht am Zug und daher gewinnt Weiß:

41.De2 Th8 42.Te7+ Kf8 43.Te1 Dd4
Schwarz droht wieder einmal Matt, aber Weiß ist schneller! – Wie?

Die Lösung folgt am Ende des Beitrags!

Neue Deutsche Seniorenmeisterin 65+ wurde Barbara Borries (SC Taufkirchen), die sich in dem 198er Feld mit 4,5 Punkten auf Platz 101 spielte und dabei ebenfalls drei Buchholzpunkte mehr als ihre Verfolgerin Barbara Jacob (SV Ochtrup) hatte.

Neuer Deutscher Nestorenmeister wurde FM Willy Rosen (SF Essen-Katernberg), der mit seinen 6,5 Punkten insgesamt auf Platz 14 kam.

 

Bei den Jungsenioren sah alles nach einer klaren Angelegenheit für Dieter Pirrot aus, da er seine Partien souverän gewann und andere Titelaspiranten halbe und ganze Punkte abgaben. Doch in der 7. Runde konnte ihn Hartmut Metz (SG Kuppenheim) durch einen Sieg überholen, so dass es wieder spannend wurde. Nach acht Runden lagen drei Spieler mit 6,5 Punkten vorn und mussten in der 9. Runde gegen ihre Verfolger Punkten: Holger Namyslo (TG Biberach) hatte gegen Hauke Reddmann (5,5) einen gebrauchten Tag und musste seine einzige Niederlage quittieren. Hauke blieb am Ende mit einer schlechteren Buchholz hinter Holger Namyslo. Dieter Pirrot konnte seine Partie wieder einmal zu seinen Gunsten entscheiden, so dass nur noch Hartmut Metz auf 7,5 Punkte kommen konnte. – Im 77. Zug gab es dann den entscheidenden Fehler und Hartmut wurde für sein beharrliches Spiel auf Sieg belohnt. Aber auch hier entschieden am Ende drei Buchholzpunkte für den ersten Deutschen Seniorenmeister 50+ IM Dieter Pirrot.

Von seinen 284 Zügen auf dem Weg zur Meisterschaft konnte der neue Deutsche Meister in der 8. Runde eine sehenswerte Kurzpartie präsentieren:

Pirrot,Dieter (2365) – Reddmann,Hauke (2284)

  1. DSenEM2018–Gruppe-50 (8.2), 28.07.2018

1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 dxc3 4.Sxc3 e6 5.Sf3 a6 6.Lc4 b5 7.Lb3 Se7

[Auch Spieler mit höherer ELO haben sich schon im Morra-Gambit duelliert: 7…Lb7 8.0–0 Se7 9.Lg5 f6 10.Le3 Sg6 11.a4 b4 12.Sd5 exd5 13.exd5 Ld6 14.Sd4 Se7 15.Te1 Kf8 16.Dd2 Da5 17.Lf4 Dc7 18.Txe7 Lxf4 19.De2 Lxh2+ 20.Kh1 Le5 21.Se6+ 1–0 (21) Berg,E (2579)-Luch,M (2448) Porto 2016]

8.Lg5 h6 9.Le3 Sg6 10.0–0 Sc6 11.Sd5

[Weiß kann schon eine Figur ins Geschäft stecken und droht Lb6.]

11…exd5 12.exd5 Le7N
[Das ist eine Neuerung, andere Spieler versuchten sich im Festhalten der Figur mit 12…Sa5 oder 12….Sce5]

13.dxc6+– dxc6  14.Dc2! [verhindert die Rochade!]
14…Dc7 15.Tfe1 Lg4 16.Sd4 [ Droht h3 und aus.]
16…Tc8 17.Sf5 c5 18.Sxg7+ Kf8 19.Se6+ Lxe6 20.Lxe6 Te8 21.Tad1 Th7? 22.Df5  1–0

 

Bei den Damen war es noch spannender: Im Fernduell verlor die Deutsche Senioren Blitzmeisterin Annett Michel-Wagner in der 9. Runde und blieb bei ihren 5 Punkten. Ihre Konkurrentin Mira Kierzek konnte mit einem glücklichen Remis ebenfalls auf 5 Punkte kommen – sie hatte dann auch noch Buchholzglück und am Ende einen halben Buchholzpunkt mehr. Erste Deutsche Seniorenmeisterin 50+ WFM Mira Kierzek (SC Fulda).

Allen Deutschen Meisterinnen und Deutschen Meistern auch an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch!!!

 

Teilnehmer vom SC Diogenes? – Ja, einer hat sich getraut, zwei Deutsche Meisterschaften zu spielen: Der Berichterstatter musste beim Oberliga-Wettkampf im Januar feststellen, dass er im „Jung-Seniorenalter“ angekommen ist. – Es lag nicht an der Partie, sondern an dem Flyer, den Schiedsrichter Hugo Schulz dabei hatte. Nach einer Zeit der reiflichen Überlegung und dem Blick auf mehr als 40 Jahre Turnierschach hat mich der Reiz gepackt, wieder einmal zu den jüngsten Teilnehmern zu gehören. Schließlich sprach dafür, dass es sehr einfach ist eine Deutsche Meisterschaft zu spielen und dann sogar noch fast zu Hause. Das spart immerhin große Anreisekosten und die Übernachtung ist auch günstig – Spieler, die nicht im Hotel übernachtet haben, mussten einen „Organisationsbeitrag“ von 30 Euro bezahlen. Für den Verzehrgutschein von 60 Euro haben alle wenigstens noch eine Gegenleistung erhalten – das Essen im Hotel hat mir geschmeckt!

Die Organisation der Meisterschaft war einer Meisterschaft würdig – also meisterlich. Der Internetauftritt mit Auslosung und aktuellen Partien ließ aus meiner Sicht keine Wünsche offen. Auch das Rahmenprogramm war umfangreich und ansprechend, auch wenn ich es nicht genutzt habe – vielleicht einmal an einem anderen Ort.

Schachlich?

Beim Blitzen am Freitag konnte ich mit 5,5 aus 11 auf Platz 16 von 33 nicht sonderlich überzeugend spielen. Ein Tief in Runde 6 und 7 bescherte mir mit 2,5 aus 7 das Freilos…, also eigentlich nur 4,5 aus 10.

Das Schweizer-System-Turnier startete mit einem Auftaktremis schwerfällig und es ergab sich der Rhythmus mit Schwarz remis und mit Weiß gewinnen. Dabei gab es jedoch in Runde 6 und 8 kritische Situationen zu überstehen. In Runde 6 hatte mein Gegner zum Glück nicht mehr genügend Zeit, um seinen Konter vor dem 40. Zug zu vollenden. Doch nach der Zeitkontrolle im 41. Zug gab er die Partie total aus der Hand. Mit drei anschließenden Siegen konnte er sich immerhin noch auf Platz 6 vorkämpfen. In Runde 8 spielte ich die Eröffnung ohne Rochade, um auf dem Königsflügel loszulaufen. Das erwies sich als zweifelhafte Entscheidung bzw. wurde von mir nicht mit Lxf7 konsequent fortgeführt. Nach Abtausch von Springer, Läufer und Dame sowie Öffnung der c-Linie hatten sich meine Probleme in einen Vorteil mit dem zentralen König umgewandelt. Dass mein Gegner mir nach der Niederlage nicht die Hand gibt, habe ich in meinen 42 Jahren Turnierschach nur in frühen Jugendjahren erlebt – schade eigentlich.

In Runde 9 an Tisch 1 – das ist doch eigentlich ein Zeichen dafür, dass einiges im Turnier gut gelaufen ist. Nur schade, dass ich Schwarz hatte und mein Gegner im Kampf um den Titel auf den ganzen Punkt spielen musste und so die Remisserie in Gefahr geriet… Aber eigentlich ist das ja auch eine gute Konstellation. Das Ende habe ich oben schon beschrieben, mehr vom Schach (Aufgaben und Analysen) gibt es dann in der nächsten Tonne. Für mich blieb mit 6 Punkten Platz 9 statt dem möglichen 5. – Fazit: 1. Beachte immer, ob der Gegner Möglichkeiten hat ein Schach zu geben! 2. Rechne lieber noch einmal deinen Plan durch, vor allem, wenn Du mehr Zeit als der Gegner hast!!

Lösung von Kiefer – Juhnke:
44.Te8+ Kg7 45.Dg2+ Dg4 46.T1e7+ Kh6 47.Txh8+  1–0 (Nach 47…Txh8 48.Dd2+ Dg5 49.hxg5+ fxg5 50.Dd6#)

Tom Woelk spielt bei der Deutschen Jugendmeisterschaft

Tom Woelk hat sich für die Teilnahme an der Deutschen Jugendmeisterschaft U18 qualifiziert. Die Meisterschaft findet vom 19. bis zum 27. Mai in Willingen statt.

Nach Platz 3 bei der Endrunde U20 konnte er den Stichkampf zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft gegen der Sieger der U18-Endrunde erst in der Verlängerung gewinnen. Die erste Stichkampf-Partie hatte er noch verloren und musste daher die zweite Partie gewinnen, um in die Schnellschach-Entscheidung zu kommen.

Mit seiner DWZ von 2081 ist der 14-jährige nur an 19. Stelle der Setzliste und kann entspannt aufspielen. Zum 1. Mai wird er mit einer Elozahl von 2176 schon auf Platz 12 der Vereinsrangliste nach Elo stehen – an sechster Stelle der aktiven Spieler. Durch die letzte Partie in der Oberliga hat Tom leider noch einmal 21 Elo-Punkte verloren, aber im Vergleich zum Saisonbeginn durch zahlreiche Turniere hat er insgesamt 118 Punkte gewonnen. Weiter so!

Abstieg oder Klassenerhalt – das ist hier die Frage!

Während „Fußball-Hamburg“ um den Verbleib in der 1. und 2. Bundesliga bangt und auf Rettung hofft, geht auch die Schachbundesliga in die entscheidende Phase: Ab dem 29. April werden in Berlin die Runden 13 bis 15 gespielt und nicht nur die Meisterfrage ist noch offen. Kann Baden-Baden den knappen Vorsprung von 1,5 Brettpunkten ins Ziel retten? Aus Hamburger Sicht ist der Abstiegskampf spannender. Auf Platz 13 ist der Hamburger SK noch auf einem Abstiegsplatz und darf gegen die Teams der Plätze 14 bis 16 die Bundesligatauglichkeit unter Beweis stellen und damit den Domino-Effekt verhindern: Ein Abstieg der 1. Mannschaft würde auch die 2. und 3. Mannschaft aus den darunterliegenden Ligen verdrängen inklusive Einfluss auf die Anzahl der Absteiger in der Landesliga. – Auch wenn auf der Homepage des HSK am letzten Spieltag der Oberliga der SC Diogenes als Absteiger in die Landesliga genannt worden ist, möchte ich dem HSK viel Erfolg in der Bundesliga wünschen! – Wir haben zwar phasenweise wie ein Absteiger gespielt, aber in dieser Saison haben sogar nur fünf Mannschaftspunkte für Platz 8 und den Klassenerhalt gereicht.

Seit dem letzten Wochenende sind auch die Entscheidungen in den Landesverbänden gefallen:
In Hamburg gab es ein aufregendes Doppelspielwochenende, denn nach sieben Runden der Landesliga waren noch acht von zehn Mannschaften abstiegsgefährdet. Am Ende traf es die zweiten Mannschaften der Königsspringer und von den Schachfreunden. – Doch die Aufmerksamkeit des SK Marmstorf galt nicht nur den zukünftigen Gegnern sondern vor allem der Entscheidung in Mecklenburg-Vorpommern: Beide potenziellen Aufstiegskandidaten spielten in der letzten Runde 4:4 und blieben punktgleich, so dass SSC Rostock mit einem halben Brettpunkt Vorsprung auf Platz 2 geblieben ist. Der Staffelsieger Schachfreunde Schwerin 2 kann nicht in die Oberliga aufsteigen und so ist der Weg frei für Rostock. – Doch die Marmstorfer haben die Nachrichtenseite des Landesverbands  Mecklenburg-Vorpommern  (http://www.lsvmv.de/news.php) genau studiert. Dort gibt es bereits eine Liste der Auf- und Absteiger und es ist zu lesen, dass Rostock auf den Aufstieg in die Oberliga Nord verzichtet, so dass die SG Güstrow/Teterow in die Oberliga Nord aufsteigen kann. – Warum ist das wichtig? – Die SG Güstrow/Teterow hat schon in der Saison 16/17 in der Oberliga gespielt und war damals der Staffel Ost zugeordnet worden – alles hängt von der Anschrift oder dem Spiellokal ab …

Ich weiß nicht, ob es auch in diesem Jahr so sein wird, aber für alle Hamburger Schachteams wäre dieser Fall günstig –  für den Klassenerhalt oder den Aufstieg: Der SK Marmstorf stellt sich die Frage „Bleibt die Erste doch in der Oberliga?“  Wie die Antwort auch sein wird, Einfluss auf Platz 9 der Landesliga hat dies für Königsspringer 2 leider nicht mehr. Doch alle Stadtliga-Teams, die in die Landesliga aufsteigen möchten, haben dann bessere Chancen: Ein dritter Aufsteiger ist möglich!

Da bin ich dann auch schon aktuell: Heute spielt SC Diogenes 2 in der Stadtliga bei SKJE 3 um den Sieg in der Stadtliga. Nach dem Sieg gegen Barmbek in Runde 6 und einer Niederlage vom Verfolger Bille bei Concordia reicht sogar ein Unentschieden um die Tabellenführung zu verteidigen. In der Parallelstaffel ist Fischbek mit 14:0 Punkten schon fast aufgestiegen – beide Verfolger haben schon drei Punkte abgegeben und müssen noch gegeneinander spielen.

 

Nach so viel Text noch eine Frage zum Knobeln: In der Oberliga ergab sich in der Partie der 9. Runde von Fabian nach 33.Sf4 die folgende Position:

 

Wie soll Schwarz auf die Drohung Sg6+ reagieren? – Das Schlagen 33….exf4 bringt nach 34.Txd4 den weißen Turm ins Spiel, so dass der schwarze König Probleme hat und Weiß deutlich besser steht. – Was soll Schwarz ziehen? – Schnell, es ist nicht mehr viel Zeit auf der Uhr! (Die Lösung folgt)

 

Pokalaus ohne Applaus

Kurz und schmerzlos verlief die Hamburger Pokalmannschaftsmeisterschaft 2017 für uns. Unser Gegner in Runde 1, der SK Wilhelmsburg, wunderte sich am Ende ein wenig. Das Unheil begann an Brett 1. Hauke Reddmann provozierte mich erfolgreich zu einem Springeropfer, doch meine Fortsetzung war nicht druckvoll genug. Nach zwei Stunden hatte Hauke seinen Vorteil verwertet. Da musste Torben mit Schwarz gegen die Französisch-Abtausch-Variante etwas versuchen. Ralf konnte einen Bauern gewinnen, doch die ungleichfarbigen Läufer kündeten Remispotenzial an. Tom spielte mit entgegengesetzten Rochaden. Doch eine Phase der Unaufmerksamkeit konnte sein Gegner nutzen und eine Qualität gewinnen. Das Läuferpaar von Tom hatte durchaus noch Potenzial. Bei Ralf blieben dann wirklich die ungleichfarbigen Läufer und obwohl Ralf auf beiden Flügeln einen Mehrbauern hatte, gelang es seinem Gegner eine sichere Auffangstellung aufzubauen. Da quälte sich Torben auf der Suche nach Gewinnpotenzial zu sehr. Plötzlich war sein König durch eigene Steine eingebaut und sein Gegner nahm die Chance zu einem vierzügigen Gewinn wahr. Der Wettkampf war mit dem 0:2 schon verloren. Der Gegner von Tom entschied sich zum Dauerschach bevor Tom seine Bauern und das Läuferpaar zu sehr aktivieren konnte. Am Ende wurde Ralf sogar noch für seine Ausdauer belohnt. Sein Gegner bewegte seinen König zum Angriff auf den schwarzen Läufer. Das nutzte Ralf um unter zusätzlichem Bauernopfer die letzten beiden Bauern seines Gegners einzusammeln. Es entstand ein interessantes Endspiel mit drei Bauern (a,b und c) gegen einen Läufer, das Ralf sogar noch gewann. Das 1,5:2,5 beschert uns freie Tage …

Murmeltiertag: Wieder Pokalaus nach Berliner Wertung

Mit 4:6 sowie 4,5:5,5 und nun mit 3,5:6,5 nach Berliner Wertung verloren – das ist unsere Bilanz der Vorrunden der Deutschen Pokalmannschaftsmeisterschaften 2014, 2016 und 2017. – Täglich grüßt das Murmeltier.

In diesem Jahr durften wir in Elmshorn spielen – kurze Anreise und hoher Fahrtkostenausgleich, denn aus der Oberliga Nord Ost kamen die Teams aus Oranienburg und Greifswald. Am Samstag konnte sich Greifswald, der Tabellenführer der OLNO, gegen Oranienburg (Platz 9) klar mit 3,5:0,5 durchsetzen. Wir hatten mit Elmshorn wesentlich mehr Mühe. Fabian konnte an Brett 2 einen kleinen Vorteil Stück für Stück ausbauen und letztendlich klar gewinnen. Dagegen sah es bei Almar an Brett 1 zunächst chancenreich aus, doch plötzlich mit einem schlechten Zug war es vorbei – 1:1. Schon in diesem Moment drohte eine 2:2-Niederlage nach Berliner Wertung, denn in meiner Partie hatte ich zwar Vorteil im Zentrum, aber zu wenig Figurenspiel. Unsere Hoffnungen lagen auf Torben, der Druck auf die Zentrumsbauern seines Gegners machen konnte. Zur Zeitkontrolle konnte Torben günstig abwickeln und in Vorteil kommen. Ich musste mit Dame und Springer gegen Dame und Läufer spielen. Zum Glück stand der König meines Gegners nicht sicher, so dass meine Mattdrohungen mit Springer und Dame meinen Gegner zum Dauerschach zwangen. So konnte der Sieg von Torben uns ein knappes 2,5:1,5 sichern.

Dadurch durften wir auch am Sonntag spielen: Roman spielte für Almar, der durch seine Niederlage zu frustriert war. Dadurch spielte Fabian auch eine zweite Partie – ursprünglich war das nicht geplant – und durfte sich Brett 3 wünschen. Torben war wieder mit den schwarzen Steinen einverstanden, so dass ihn die Auslosung an Brett 2 brachte. Roman hatte Weiß am ersten Brett und mir blieb ebenfalls Weiß an Brett 4. Auch Greifswald mischte die Aufstellung noch einmal durch – aufgrund der Wertzahlen waren sie leicht favoritisiert.

Nach vier Stunden war noch keine Partie entschieden, aber die Entscheidungen standen kurz bevor. Roman hatte im Mittelspiel Turm und zwei Bauern gegen zwei Figuren, doch leider verlor er wieder drei Bauern und es sah nicht gut aus. Torben hatte einen Bauern gewinnen können, aber im verbliebenen Schwerfigurenendspiel musste er sich passiv verteidigen. Fabian stand schon aus der Eröffnung heraus nach Ungenauigkeiten passiv und musste mit Turm und zwei Springern gegen Doppeltürme und Freibauern verteidigen. Mein Gegner bot schon früh remis, tauschte die Damen, spielte dann ungenau und entfachte schließlich taktische Verwicklungen. Doch im entscheidenden Moment nutzte er seine Chance nicht und mit dem 41. Zug vergab er seine Remis-Chancen vollends. Am Ende war dies der einzige Sieg und nach der Niederlage von Roman und den Punkteteilungen bei Torben und Fabian stand das 2:2 fest.

Neuer Versuch 2018!?

 

 

Das 31. Schwarzacher Open ist beendet

Am Ende des Turniers haben sich unsere Protagonisten im B-Turnier noch einmal von der kämpferischen Seite gezeigt – der frühe Rundenbeginn liegt ihnen eventuell besser als der späte Beginn um 18 Uhr!?
Die vereinsinterne Paarung zwischen Ralf und Christian konnte Christian für sich entscheiden. Da auch Kai und Thomas gewinnen konnten, haben alle drei 5 Punkte erzielt und finden sich in der Abschlusstabelle auf den Plätzen 15 (Thomas), 17 (Kai) und 18 (Christian) wieder. Ralf wurde durch seine Niederlage auf Platz 27 von 48 Teilnehmern durchgereicht. Der Turniersieger Lendert van den Ouden aus den Niederlanden hat nur drei remis abgegeben und auf seinem Weg an die Spitze auch gegen Thomas gewonnen.
Im Hauptturnier konnte Axel leider nicht spielen und bleibt mit 4,5 Punkten auf Platz 28 von 61 Teilnehmern. Hier konnte sich der an 1 gesetzte kroatische GM Mladen Palac durch einen Sieg in der Schlussrunde mit 7 Punkten nach Wertung durchsetzen.

Schwarzach

Während im B-Turnier alle mit 4 aus 8 im Mittelfeld versunken sind, hat Axel im Hauptturnier immerhin 4,5 aus 8 und darf nun gegen den tschechischen IM Lubomir Neckar spielen.
Im B-Turnier hat Christian gegen Thomas remis gespielt und darf nun gegen Ralf spielen, der nach seiner Niederlage auch wieder eingeholt worden ist. Kai hat ebenfalls remis gespielt – entgegen des gestrigen Berichts hat er allerdings in der 7. Runde verloren.

Ohne Niederlage

Die 7. Runde in Schwarzach konnte der SC Diogenes ohne Niederlage verbuchen, allerdings hat auch nur Ralf gewinnen können und nun die Chance mit 6 aus 9 noch anzugreifen. Dafür müsste er aber die nächsten beiden Partien auch gewinnen! In der 8. Runde darf Christian gegen Thomas spielen.

Ohne Niederlage ging auch das Schnellschachturnier über die Bühne – es fiel den Temperaturen zum Opfer und in das sommerliche Sommerloch. So wurde am Donnerstag nur zwei Stunden hart trainiert.

Schach ist Sport

Beim Turniersimultan zeigt sich der Schachsportler von seiner besten Seite. Er bewegt nicht nur die Figuren dynamisch auf dem Brett, sondern auch sich selbst um die Bretter des Turniers, denn simultan (gleichzeitig) müssen alle Partien gespielt werden. Am letzten Donnerstag erwies sich Roman als strategisch, taktisch und läuferisch überlegen und gewann gleich zwei eineinhalbstündige Turniere (siehe Tabellen).

20160818_Turniersimultan

Heute soll es im Schnellschach weitergehen. Ab 18 Uhr ist der Fahrenkamp 27 geöffnet, um 19 Uhr soll das fünfrundige Turnier beginnen.

Verzichten müssen wir dabei auf die Teilnehmer des Schwarzach-Opens, die in der 6. Runde nur 2 aus 5 geholt haben: Kai gewann, Axel und Christian spielten remis. – Jetzt bleiben nur noch drei Runden, um aus dem Mittelfeld nach vorn zu kommen.

Aktuelle Ergebnisse aus Schwarzach

Die 5. Runde lief überhaupt nicht gut für den SC Diogenes: Im Hauptturnier unterlag Axel dem ungarischen IM Sandor Videki und bleibt somit mit 2,5 Punkten im Mittelfeld. Im B-Turnier verloren Thomas und Ralf ihre Spitzenpaarungen, in den Mittelfeldduellen konnte nur Kai ein remis erzielen, Christian verlor. – Leider gibt es keine Partien aus Schwarzach, so dass die Umstände der Niederlagen (Zeinot?) offen sind. – Mit 3 bzw. 2,5 Punkten liegen alle vier in der Tabelle deutlich hinter ihrer Startnummer. – In den verbleibenden vier Runden ist aber noch vieles möglich!