Oberliga Runde 9 – Entscheidung

Gestern empfingen wir zum Saisonabschluss Königsspringer.

Situation eindeutig, wir mussten für den Klassenerhalt aus eigener Kraft punkten um nicht auf andere Kämpfe angewiesen zu sein. Für Königsspringer ging es um nichts mehr.

Zu Kampfbeginn war ich eigentlich recht optimistisch. Wir mussten zwar wie die gesamte Saison auf Almar verzichten und auch Axel fiel erneut aus (dafür spielten Thomas und Oguz), aber bei Königsspringer fehlten auch nicht weniger, sodass wir zwar nach wie vor nomineller Außenseiter waren, ich mir aber durchaus Hoffnungen machte.

In der Eröffnungsphase änderte sich daran wenig, nur bei Christian hatte ich das Gefühl, dass das eigentlich nicht ganz richtig sein konnte, sonst war überall alles in Ordnung und sowohl bei Stefan als auch bei mir wähnte ich eher uns im Vorteil.

Im weiteren Kampfverlauf musste Christian ein Figurenopfer über sich ergehen lassen, dass innerhalb kürzester Zeit mit Zinsen Material zurückbrachte, der Rückstand. Anschließend genehmigte Tom sich einen Bauern am Damenflügel, wofür sein Gegner wiederum Angriff am Königsflügel bekam, der letztendlich durchschlug, 0:2. Dann passierte eine Weile nicht allzu viel, bis Roman sich in einem Endspiel mit Minusbauern fand, woraus das 0:3 resultierte. Den Anschluss erzielte Oguz, der in vermutlich besserer Stellung (habe ich nicht so genau gesehen) auf Zeit gewann. Beim Stand von nun 1:3 war eigentlich fast klar, dass wir den Kampf wohl verlieren würden, und unser Spiel half da nicht weiter. Im weiteren Verlauf übersah Fabian eine vermeintliche Remisabwicklung und musste sich wenig später geschlagen geben. Auch Thomas verlor irgendwie, wobei ich auch hier das ganze nicht so genau mitbekommen hatte, wobei ich eigentlich immer wenn ich geguckt hatte meinte, dass das ganze zumindest nicht schlimm sei. Meine Wenigkeit bekam eine Eröffnung vorgesetzt, in der mein Gegner einen Bauern für etwas Aktivität anbot. Ich kannte die Eröffnung und wusste auch, dass man den Bauern nehmen darf und dann mit Schwarz bei korrektem Spiel keinerlei Probleme hat, ärgerte mich allerdings, dass ich leider nicht mehr wusste, wie dieses korrekte Spiel aussieht. Nach rund 20 Minuten entschied ich mich dazu den Bauern zu nehmen. In der Folge entwickelte sich eine interessante Partie, in der ich die Möglichkeit hatte klaren Vorteil zu bekommen und das zwar sah, aufgrund eines Gespenstes aber verwarf, was mir nur noch mehr Vorteil eingebracht hatte. Stattdessen wählte ich eine Abwicklung, die ausgeglichen war, woran sich auch in den folgenden 15 Zügen nichts änderte, bis ich einfach so eine Figur einstellte. Positiv zu nennen ist an dieser Stelle Stefan, der mit einer schönen Partie Ergebniskosmetik betrieb und zuerst einen Bauern gewann, irgendwann einen zweiten bekam und dann die Partie gewann.

Insgesamt haben wir also 2:6 verloren. Eindeutig zu hoch, aber nicht zu Unrecht verloren. Damit rutschten wir auch in der Tabelle noch ab, da der SKJE gegen den HSK gewann und uns überholte. Trotzdem reicht es für uns zum Klassenerhalt, da Marmstorf gegen Preetz verlor, dadurch hinter uns blieb und neben Bargteheide den Gang in eine Liga tiefer antreten muss. Bei einem Marmstorfer Sieg wären wir abgestiegen.

Wir beenden die Saison mit 5:13 MP auf dem 8. Platz. 5 Mannschaftspunkte sind nicht viel und nach Brettpunkten wären wir hinter den Marmstorfern auf einem Abstiegsplatz. So können wir glücklich sein, dass wir unsere beiden Siege gegen die beiden Absteiger geholt haben und dadurch die zum Teil hohen Niederlagen ausgleichen konnten. Wir dürfen also auch im kommenden Jahr in der Oberliga antreten!

 

Ich möchte an dieser Stelle gerne noch ein klein wenig über die Saison im Allgemeinen sagen. Zunächst möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die gespielt haben. Auch wenn es schachlich keine besonders erfolgreiche Saison war, so war es für mich ganz eindeutig die einfachste Saison als Mannschaftsführer überhaupt. Bei gleich 7 Spielern mit mindestens 8 Einsätzen kann ich diesbezüglich wirklich nicht meckern. Dazu war es überhaupt kein Problem für irgendwelche organisatorischen Dinge wie beispielsweise das Aufbauen vorm Kampf vertreten zu werden, wenn es bei mir aus irgendeinem Grund nicht so gut passte. Das einzige, was ich mir wirklich noch wünsche ist, dass alle von uns immer zum Rundenbeginn da sind. Wenn also die Partie um 11 Uhr startet möchte ich, dass im Normalfall auch alle um 11 Uhr am Brett sitzen, und nicht um 11:05 Uhr.

Ansonsten war diese Saison lange nicht so ausgeglichen wie manch andere Oberligasaison, es gab viel weniger enge Kämpfe als sonst. Lübeck, Schwerin und Königsspringer waren einfach besser, während die Mannschaften in der unteren Hälfte, uns eingeschlossen, teilweise zu wenig Gegenwehr boten. Schade finde ich immer wieder, wenn irgendwo Titelträger vorne eingesetzt werden, die dann nur in wenigen Kämpfen womöglich noch nur gegen die direkte Konkurrenz spielen. Auch wenn man dagegen nicht allzu viel tun kann und es den Regularien nach legitim ist, möchte ich meine Meinung dennoch kund tun.

Insgesamt aber war es doch eine schöne Saison mit Höhen und auch Tiefen. Ich freue mich auf die nächste Saison und hoffe in einer Liga, in der die allermeisten Schach als Hobby betreiben, auf Fairness aller Beteiligten Spieler und Vereine.

Spielbericht Jugendlandesliga Dio-SKJE

Aaron hat einen Bericht für den Jugendlandesligakampf gegen den SKJE geschrieben:

Jugendlandesliga: Mega-Comeback sichert Aufstiegschance

25.03.2018, 15:03 Uhr: Wow war das ein Wahnsinnsende eines schon verloren geglaubten Mannschaftskampfs, und das ausgerechnet gegen den haushohen Favoriten aus Eppendorf! Freude und Erleichterung sind gar keine Ausdrücke für unseren Gefühlszustand nach diesem knapp 4-stündigen, wortwörtlichen, Kampf. Aber mal von Anfang an…

Am vergangenen Sonntag spielte unsere erste Jugendmannschaft in Hamburg höchster Spielklasse gegen die erste Mannschaft des SKJE. Die Ausgangslage war klar: Wollten wir unsere Aufstiegsambitionen weiterhin verfolgen musste ein Sieg gegen den nominell im Schnitt 200 DWZ Punkte stärkeren Gegner her. Leider konnten wir nicht in Bestbesetzung antreten, was ich ziemlich schade finde da wir zu den drei besten Teams der Liga zählen und wir uns berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Jugendbundesliga machen dürfen. Natürlich kann es mal vorkommen, dass etwas dazwischenkommt oder man gesundheitlich angeschlagen ist. Dass man dann jedoch mehr als zehn Absagen bekommt und Spieler aus der dritten Jugendmannschaft, die wohlgemerkt nur in der Bezirksliga spielt, nachnominieren muss ist schon erschreckend. Ein großes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle Torben und Jeanette aussprechen, die es trotz dieser Widrigkeiten hinbekommen haben eine Mannschaft aufzustellen.

Die erste Hiobsbotschaft gab es dann jedoch schon vor dem Kampf, da Leon, unser nominelles Brett 2, seine Endrundengrippe noch nicht überstanden hatte und wir somit in Unterzahl mit nur drei etatmäßigen Spielern antreten mussten. Uns gegenüber stand der Topfavorit der lediglich an einem der hinteren Brettern wechseln musste aber ansonsten in voller Stärke antrat, ein schwieriges Unterfangen.

Pünktlich um 11:23 Uhr ging es dann los am MCG … und war nach einer Stunde für Tom auch schon wieder zu Ende, der seinem Gegner wie in den Runden zuvor auch nicht den Hauch einer Chance lies. Er steht nun bei guten 3/3, wobei in der nächsten Runde in zwei Wochen der Königsspringer Jakob Pfreundt wartet, wohl endlich ein Gegner von seinem Kaliber.

  1. Keyser (1994) – Woelk (2098) JLL 2018

Keyser-Woelk

Schwarz am Zug gewinnt

In dessen Abwesenheit verlor Tabellenführer Königsspringer überraschend gegen das Tabellenschlusslicht HSK2, die große Chance also für uns vorbeizuziehen.

Meine Partie mit Schwarz gegen Leonard Killgus, noch bekannt aus Jugendjahren, verlief derweil wie vorbereitet eher ruhig. Dabei sehr geholfen hat mir die Partieanalyse von Markus aus dem HSK Open 2016 gegen Niclas Huschenbeth, da zu erwarten war, dass auf mein Französisch die Tarrasch-Variante folgen würde.

Hier könnt ihr euch seine Partie in der Analyse anschaue:

https://www.youtube.com/watch?v=Qw-Mu6xIxrU

Abgewichen wurde erst im 16. Zug als an Stelle des aktiveren Lxh7+, Se2 folgte und ich den Angebotenen Damentausch annahm, wohl die falsche Entscheidung, wenn ich weiterhin auf Gewinn spielen wollte. Es folgte ein etwas maues herumgeschiebe, in dem keine der beiden Parteien etwas für den Sieg tat (oder es einfach nicht besser wusste).

An den anderen Brettern war zu dem Zeitpunkt noch alles offen, auch die jüngeren, die das erste Mal in der Landesliga spielten, hielten zu dem Zeitpunkt noch gut mit.

Nach knapp 2 Stunden gab es dann erste Tendenzen als Albert an Position 7 ein klar verlorenes Dame + Turm Endspiel auf dem Brett hatte. Die Partie gedanklich schon abgeschrieben, konnten sowohl ich als auch die anderen Beobachter ihren Augen nicht trauen, als sich Alberts Gegner tatsächlich einzügig Matt setzen ließ. Dass dieser die Partie dominierte und bis auf diesen Patzer keinen Zweifel aufkommen ließ diese auch zu gewinnen, geschenkt. Trotzdem ist so ein Fehler auf dem Niveau eher selten, da die Leistungsdichte in der Landesliga doch schon eher hoch ist.

Sein älterer Bruder Johann hatte mit Weiß an Brett 4 einen wahren Schlagabtausch mit seinem Gegner mit offenen Königsstellungen und weißem Bauer auf h7, und das schon kurz nach der Eröffnung; Ausgang jedoch trotzdem noch ungewiss. An den Brettern 5 und 8 mussten unsere jungen Nachrücker Friedrich und Tom gegen deutlich stärkere Gegner dann doch Federn lassen und verloren ihre Partien nach etwa 2 1/2 Stunden. Natürlich überhaupt nicht schlimm und gut für ihre schachliche Entwicklung, schon einmal Landesliga Luft geschnuppert zu haben.

Somit brauchten wir aus den verbleibenden drei Partien noch mindestens zwei Siege und ein Remis für den Mannschaftssieg. Beim Betrachten der beiden übrigen Partien schien es so, als wenn nicht mal mehr einen Sieg drin wäre. Johann stand in späterer Engine Betrachtung sogar 6 Punkte schlechter als sein Gegner, womit er wohl selber nicht mehr mit etwas Zählbaren rechnen konnte. In der anderen Partie stand Bryan zwar recht solide, konnte gegen seinen Mannschaftskampferfahrenen Gegner keinen Druck ausüben. Somit entschied ich in Absprache mit Tom meinem Gegner Remis anzubieten, da die Stellung nichts mehr hergab und wir den Kampf gedanklich schon abschenkten. Aber auch die Engine sah das ähnlich und gab später totalen Ausgleich an.

Als mein Gegner dann jedoch ablehnte mit der Begründung, er wolle noch ein wenig weiterspielen, wunderte nicht nur ich mich, sondern auch der Mannschaftsführer der SKJEler. Denn diese Entscheidung machte sowohl Mannschaftskampf- als auch Stellungstechnisch überhaupt keinen Sinn, da sie so den Kampf so gut wie gewonnen hätten. Die Quittung dafür gab es dann etwas später…

Die letzte halbe Stunde des Kampfes ist dann wirklich nicht in Worte zu fassen. Zunächst schaffte es Bryan durch zwei Motive die wir vorher im Training behandelt hatten seinen Gegner zu bezwingen. Schön wenn es sich dann doch auszahlt die Jungs jede Woche damit zu quälen. Bryan war sowieso einer der ganz großen Gewinner dieses Tages da er es trotz kurzfristigem Einsatz und vorherigem Kirchenbesuchs nebst halbstündiger Verspätung überhaupt noch zum Kampf schaffte. Ansonsten spielte er eine blitzsaubere Partie mit weiß gegen Najdorf die ich in dieser stärke von ihm nicht erwartet hätte. Dass er in letzter Zeit immer häufiger bei den Senioren in der 4. Mannschaft aushilft scheint sich wohl auszuzahlen, Chapeau!

Die Partie von Johann spielte sich genau rechts von mir ab, weswegen ich dann doch immer öfters hinüberschaute, da sein Gegner im Bewusstsein des vorigen Ergebnisses merklich immer nervöser wurde, trotz der deutlich besseren Stellung. Als beide dann noch in Zeitnot gerieten und Johann trotzdem kühlen Kopf behielt war es nur noch eine Frage der Zeit bis sein Gegner einen Fehler machte. Dieser folgte dann auch auf dem Fuße, wodurch Johann durch eine Springergabel die Dame und somit die Partie gewann.

Etwas schade, dass meine eigene Partie noch lief, sodass ich meiner Freude noch nicht richtig Ausdruck verleihen konnte. Aber praktisch zeitgleich gelang es mir in ein gewonnenes Turmendspiel abzuwickeln und dieses für mich zu entscheiden. Wie man jedoch nach einem abgelehnten Remisangebot weiterhin so passiv und siegesmüde weiterspielen kann ist mir dann doch ein Rätsel, aber sei es drum.

Danach war dann natürlich bei Tom, Johann und mir kein Halten mehr ob dieser großen Überraschung. Die Enttäuschung auf Gegnerseite war sichtlich groß, da niemand mehr mit so einem Endspurt rechnete, mich eingeschlossen.

Nun ist ein Aufstieg, den ich mir noch mal als großes persönliches Ziel in meinem letzten Jugendjahr gesetzt habe, in greifbare Nähe gerückt und es liegt an uns diese überragende Leistung vom Sonntag in den letzten beiden verbliebenden Kämpfen zu veredeln. Mit 2 Mannschaftspunkten Vorsprung und machbaren Aufgaben vor der Brust sollte das mit der ein oder anderen Verstärkung machbar sein. Hoffentlich fallen nicht wieder alle Sportturniere Hamburgs, Grippewellen oder Kirchenbesuche auf diesen einen Sonntagvormittag…

Spielbericht SKJE Dio

Die Tabelle nach 3 von 5 Spielrunden:

Tabelle Jugendlandesliga

p.s. Ich wünsche allen Diogenesen schöne Feiertage und ein frohes Osterfest und hoffe, dass euch mein erster Bericht gefallen hat. Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen,

Aaron

Endrunde 2018

Vom 10.-18. März fanden in Schönhagen die Hamburger Jugendeinzelmeisterschaften statt.

Hier eine kurze Übersicht der für uns besonders interessanten / von uns (mit-)betreuten Spieler (alle Informationen rund um die Endrunde finden sich auf www.endrunde.com):

U20: Tom Woelk (8/11; Platz 3), Leon Apitzsch (4/11; Platz 10 mit zwischenzeitlicher Krankheit)

U16: Johann Schwank (5,5/9; Platz 8)

U14: Florian von Krosigk (HSK-MCG 7/9; Platz 2), Albert Schwank (4,5/9; Platz 14), Gerrit Freitag (HSK-MCG 4/9; Platz 20), Jason Parindra (3/9; Platz 25)

U12: Felix Kort (HSK-MCG 8/9; Platz 1)

M: Vicky Nguyen (5,5/10; Platz 3), Sophia Tavonius (3,5/10; Platz 5)

Als Leiter waren Albetina (Freizeitteam/Redaktion/”Abteilung Gesundheit”), Fabian (Vorbereitung – Analyse/Bulletin) und ich (Vorbereitung – Bulletin/Analyse) dabei.

Auch die Schachfreunde waren vertreten, Clemens Mix wurde in der U16 mit 6/9 Fünfter, Jonas Gremmel gewann die U16 mit 6,5/9. Unterstützt wurden sie dabei ab Dienstag (Runde 5) von Jan-Paul Ritscher, vorher am Rande von uns, sofern die Zeit das zuließ.

Außerdem steht man als Leiter natürlich neben den allgemeinen Pflichten für Anfragen aller Art bereit, zum Beispiel für die konkrete schachliche Betreuung von Jugendlichen, deren Vereine keine eigenen Betreuer dabei haben. Insgesamt hat mir die Woche viel Spaß gemacht, auch wenn sie absolut nicht erholsam war. Auf hoffentlich viele weitere schöne Endrunden!

Dio I – Der wie immer ungünstigste Termin der Saison

Gestern spielten wir in Schwerin die achte Runde der Oberliga-Saison.

Nominell eine klare Sache, Schwerin als Zweiter mit nur einem Mannschaftspunkt Rückstand auf Tabellenführer Lübeck, wir im Abstiegskampf. Dazu der traditionell ungünstige Termin innerhalb der Hamburger Schulferien, der regelmäßig dazu führt, dass alle, die irgendwie in die Hamburger Jugendeinzelmeisterschaft eingebunden sind (egal ob als Spieler oder Betreuer) eigentlich gar keine wirklich guten Bedingungen für den Kampf schaffen können. Dieses Jahr also von Schönhagen nach Schwerin, entspannte ca. 3 Stunden Fahrt, wenn alle Bedingungen passen. Als am Freitagabend dann neben den schon fast stürmischen Verhältnissen Schnee dazu kam, entschlossen wir uns am Samstagabend noch nach der abendlichen Siegerehrung zu fahren und als Zwischenstopp in Bad Segeberg zu übernachten. Zusätzlich spielten wir wie bislang jede Runde ohne unser nominelles Brett 1 Almar und Axel, der auf Dienstreise war. So kam Oguz zu seinem siebten Einsatz, außerdem sprang Sylvin ein.

Der Kampf selber ist dann recht schnell erzählt. Sylvin, der ebenfalls nicht aus Hamburg anreiste, erreichte den Spielort verspätet, aber innerhalb der Karenzzeit. In seiner Partie geriet er dann durch eine eher ungewöhnliche Zugfolge seines Gegners in eine Struktur, in der er nicht heimisch war und verlor recht deutlich. Außerdem waren Christian und ich recht schnell fertig. Christian konnte nichts aus der Eröffnung holen und nahm dann das Remis mit, während ich nach vermutlich eher angenehmer Eröffnung nach einer Woche Endrunde überhaupt gar nichts sah und daher dann auch das Remis mitnahm. Dem Beispiel folgte Tom, der sich nicht zu 100% an die Theorie erinnern konnte, sich dann befreite und dann ebenfalls das Remis nahm.

Im weiteren Kampfverlauf konnte Oguz schön gewinnen, womit er mit Weiß starke 2,5/3 vorweisen kann (mit den schwarzen Steinen kommt das dann nächste Saison). Leider konnte Stefans Gegner durch die Verteidigung brechen und auch Fabian zog mit der Endrunde im Nacken gegen GM Danielsen den Kürzeren. Damit war die Niederlage bereits klar. Blieb noch Roman, der sich nach einer Partie der Kategorie “Handgemenge” vermutlich auf Verlust stehend zäh verteidigte. Nach rund 6 Stunden gelang es ihm ein Patt herbeizuführen und damit seine Niederlagenserie zu beenden, bei dem Maß an Einsatz Runde für Runde hochverdient!

Am Ende steht damit ein 3:5, insgesamt ein verdientes Ergebnis, wir hatten an diesem Tag nicht die Möglichkeiten den Favoriten aus Schwerin ernsthaft zu gefährden.

Positiv für uns: Auch unsere direkte Konkurrenz konnte nicht siegen, sodass wir aktuell über dem Strich stehen. Die Entscheidung fällt in der letzten Runde, wenn wir am 15.04. die starken Königsspringer empfangen und Alles geben werden um aus Eigenleistung den Klassenerhalt zu schaffen.

Dio I – Puuuh

25.02. 17:20 Uhr: Erleichterung! Aber der Reihe nach.

Gestern spielten wir im Fahrenkamp unseren Abstiegskracher gegen Bargteheide. Die Situation war klar, Vorletzter gegen Letzter, Punkte unbedingt nötig, erst recht bei jeweils schwierigem Restprogramm.

Der Tag ging gut los, pünktlich zum Schneefall hieß es auf zum Fahrenkamp. Wir mussten Almar und zum ersten Mal in dieser Saison Christian ersetzen. Dafür waren wieder Oguz und erneut Kai im Einsatz. Vielleicht auch aufgrund des Wetters waren viele Spieler recht früh da, Bargteheide hätte sogar schon 30 Minuten vor Kampfbeginn antreten können. So konnte der Showdown unter Zustimmung aller Anwesenden bereits kurz vor 11 Uhr angepfiffen werden.

Die Eröffnungsphase stimmte mich doch recht positiv. Einzig bei Oguz vermutete ich eine positionell leicht gedrückte Stellung, ansonsten sah es bei allen schon nach zumindest angenehmen Ausgleich aus. In der Folge sollte sich das weiter verbessern. So vermutete ich bei Fabian, mir, Axel, Stefan, Tom und Kai jeweils Spiele auf ein Tor.

Besonders deutlich war es bei Kai, der jedes Mal, wenn ich auf sein Brett guckte, sich eine neue Gemeinheit für seinen Gegner überlegt hatte. Hier schien sein Gegner irgendwie nicht mit dem bei uns inzwischen durchaus verbreitetem Begriff “Kai-Schach” zurecht zu kommen. Daraus entwickelte sich ein nach allen Regeln der Kunst hochverdienter und klarer Sieg zur 1:0 Führung, sehr schön! Dazu sah ich weiterhin keine Schwierigkeiten, Roman hatte bei ausgeglichener Stellung sogar mehr Zeit als sein Gegner, dazu hatten Stefan und Tom sich einen Extrabauern einverleibt. Lediglich Oguz machte mir ein wenig Sorgen, aber auch das hielt sich noch in Grenzen.

Dann passierte lange nicht viel, bis es Richtung Zeitkontrolle ging. Allmählich verdunkelte sich der Himmel. Stefan konnte seinen Mehrbauern zwar souverän verwerten und uns mit 2:0 in Front bringen, aber ansonsten war es dann doch nicht mehr so deutlich. Bei Fabian war irgendetwas schief gelaufen, sodass ich hier schon mit einer Niederlage rechnete, irgendwie muss das kaputt gewesen sein. Roman fand sich doch wieder in Zeitnot wieder, ich lieferte ein schönes Beispiel für mangelnde Vorteilsverwertung, Axel musste erstmal schauen alle möglichen Felder zu decken, Tom verlor ein wenig den Faden und Oguz stand inzwischen wirklich schwierig. Alle diese Partien gingen über die Zeitkontrolle.

Roman musste kurz zuvor der Zeitnot Tribut zollen und fand sich in einem recht hoffnungslosen Damenendspiel wieder, welches dann auch verloren ging. Irgendwie ist es nicht seine Saison, und doch ist es bemerkenswert, wie er bei ausnahmslos jedem Kampf alles gibt und sich durchaus auch gute Stellungen erarbeit. Mit etwas weniger Zeitnotschwierigkeiten wäre hier in dieser Saison locker schon der eine oder andere Punkt mehr drin gewesen. Die restlichen Partien gingen in die sechste Stunde.

Fabian hatte zwischenzeitlich eine recht einfach zu spielende Partie. Er musste einfach mehrere Züge lang den einzigen Zug spielen, der nicht sofort verliert. Irgendwie entwischte er dann ins Remis, worüber sich sein Gegner erkennbar maßlos ärgerte und ich ehrlich gesagt auch nicht mehr mit gerechnet hatte. Unterdessen war klar, dass bei Oguz der gegnerische Läufer zu stark darin war, den Freibauern am Damenflügel zu unterstützen und gleichzeitig den Königsflügel im Auge zu behalten, da kam der eigene Springer leider nicht mit, der Ausgleich für Bargteheide.

In meiner Partie war ich nach einer leicht seltsam anmutenden Nebenvariante gut aus der Eröffnung gekommen und drückte fortan auf den ganzen Punkt. Dabei erarbeitete ich mir ein spürbares Übergewicht, um dann die Chance zu verpassen, taktisch klaren Vorteil zu bekommen. Stattdessen warf ich meinen Vorteil weg, bekam ihn erneut, und scheiterte im 39. Zug nach einem Fehler meines Gegners unerklärlicherweise daran einen wirklich simplen Gewinn zu finden, nach dem nahezu sofort alles auseinander gefallen wäre. Wenn uns das den Kampf gekostet hätte wäre ich vermutlich noch in einer Woche im Dreieck gesprungen. Danach spielten wir zwar noch eine ganze Weile, an der dann klaren Remisstellung änderte das dann allerdings nichts mehr.

So gingen beim Stand von 3:3 Axel und Tom auch noch in die siebte Stunde. Während Tom mit Mehrbauer risikofrei bei inzwischen knapper Gegnerzeit den Gewinn anstrebte, hatte bei Axel ein Gegnerspringer den Weg in seine Reihen gefunden.

Schließlich konnte Tom sein Endspiel gewinnen. Vermutlich nicht der schnellste und auch nicht der schematischste Gewinnweg, aber dennoch sicher. Mir bleibt an dieser Stelle unserem Toptalent (14 Jahre) zu seinem ersten Oberligasieg überhaupt (einen besseren Zeitpunkt hätte es kaum gegeben) und zum bereits zum Februar Überspringen der 2100-Marke zu gratulieren! Ich bin sicher, dass noch weitere Siege und Marken folgen werden.

So hing es an Axel, den Sieg komplett zu machen. Bei jeweils unter 2 Minuten Restbedenkzeit gelang es ihm alle wichtigen Felder zuverlässig zu decken. Im Versuch doch noch durchzubrechen beging sein Gegner dann einen folgenschweren Fehler, der über einen nicht mehr zu verhindernden Abzug gleich mehrere Bauern kostete, was Axel sich dann nicht mehr nehmen ließ und sicher zum 5:3 punktete.

Insgesamt war es ein Kampf, der über 6 Stunden Spannung bot, mit dem am Ende durchaus auch verdienten knappen Sieg für uns.

Wir klettern damit auf Rang 7 und haben nun zwei Runden vor Schluss zwei Mannschaftspunkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Gerettet sind wir dadurch natürlich noch nicht, trotzdem liegt der größere Druck nun auf der Konkurrenz in den abschließenden Runden für Überraschungen zu sorgen. Für uns geht es am 18.03. in Schwerin zur vorletzten Runde weiter.

Dio I – Klare Niederlage und ein Kuriosum

Gestern spielten wir auswärts bei den Schachfreunden Hamburg.

Die Schachfreunde spielten mit 1-8, wir mussten wie leider schon häufiger auf Almar und Axel verzichten, dafür spielten Kai und Leon. Auf dem Papier machte uns das an jedem Brett zum Außenseiter.

Als Kooperationsvereine, die seit ein paar Jahren eine gemeinsame Vereinsmeisterschaft bei den Schachfreunden veranstalten, während in der Jugend die Schachfreunde bei uns mitspielen um an Jugendkämpfen teilnehmen zu können, sollte es eigentlich ein freundschaftlicher Kampf werden. So bedanke ich mich an dieser Stelle recht herzlich für freie Getränke und Süßigkeiten!

Der angesetzte Schiri fiel aufgrund eines eigenen Einsatzes für seinen Verein in der Landesliga aus, dafür sprang ein recht neuer Schiri ein. Das anfängliche Problem die Uhren einzustellen konnte gelöst werden, sodass es dann auch pünktlich losgehen konnte.

Fabian spielte gegen Frank Sawatzki (Brett 1) eine Variante, die ihm schon manches Remis gegen GMs eingebracht hatte. Irgendwie lief in der Eröffnung aber etwas gewaltig schief, sodass er furchtbar stand, dann irgendwann auf einmal sehr gut, dann wieder ausgeglichen. So ist das remis am Ende vielleicht nicht ganz unberechtigt. Roman und sein Gegenüber Uwe Bokelbrink (2) sind beide für interessante Partien bekannt. So überraschte es nicht, dass eine Stellung mit entgegengesetzten Rochaden entstand, in der nur die Frage war, wer seinen Gegenüber schneller zerlegt. Leider wieder mit dem besseren Ergebnis für den Gegenüber. Roman ist mit bislang 1/6 sicherlich nicht ganz glücklich, interessante Partien sind allerdings immer garantiert und auch die Punkte werden wieder kommen. Meine Partie gegen Hans Hermesmann (3) war ein eigenes Kuriosum, mehr dazu später. Stefan geriet gegen Jan-Paul Ritscher (4) relativ früh in die Defensive, da war auch irgendetwas schief gelaufen, wenig später war die Partie dann vorbei. Christian und Marc Kluenger (5) waren beide mit einem Remis nach der Eröffnung einverstanden. Bei Tom und Martin Zimmermann (6) entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Zu einem Zeitpunkt sah ich Tom im Nachteil, irgendwie befreite er sich aber und landete im Turmendspiel mit 5 gegen 5 Bauern, letztendlich remis. Auch bei Kai und Marco Jaeckle (7) sah es lange ausgeglichen aus. Ich habe nicht genau mitbekommen wie, aber irgendwie war Kai auf einmal Matt. Leon war gegen Jürgen Dietz (8) anscheinend nicht komplett auf 1. f4 eingestellt, spielte dann aber einen soliden Aufbau. Zwar musste er immer mal genau hinschauen, meinem Eindruck nach verließ die Partie aber nie den Remisweg und brachte damit den ersten halben Punkt für Leon in unserer ersten Mannschaft.

Kommen wir zum Kuriosum des Kampfes, meiner Partie. Es begann damit, dass ich bei Partiebeginn kurz auf meinen Gegner wartete, bis er Platz genommen hatte, während die anderen schon starteten. Soweit alles normal. Dann spielten wir 2 Züge, bis mein Gegner aufstand, sagte er bringe sein Handy zum Auto und mit Handy das Turnierareal verließ. Gut, hier hätten wie bei einer Reklamation 1:0 geführt, ich verzichtete darauf, da ich keinen Täuschungsversuch vermutete und eine Reklamation mir insbesondere beim Kooperationsverein ein wenig albern erschien. Dann ging es weiter, es entwickelte sich eine interessante Partie. Unter Bauernopfer gelang es mir irgendwie alle seine Figuren komisch zu stellen, ohne es geprüft zu haben muss das unheimlich gut für mich gewesen sein. Anschließend spielte ich vermutlich nicht ideal weiter, wonach es wieder offen wurde. Schließlich kam Zug 27. Mein Gegner fasste seinen Turm an, zog ihn 4 Felder weit, stellte ihn wieder aufs Ausgangsfeld, sagte “j’adoube” und versank wieder in Nachdenken. Letztendlich zog er doch den Turm, weshalb ich wieder still blieb. Im 35. Zug bot ich schließlich bei gleichem Material remis, was mein Gegner ablehnte, sein gutes Recht. Im 42. Zug, also mehr als 5 Züge und eine Zeitkontrolle später, bot ich bei nahezu entschiedenem Kampf und gleichem Material in passiver Stellung erneut remis an. Nun hätte mein Gegner legitimerweise ablehnen und weiterspielen können. Stattdessen passierte etwas, wo ich leichte Schwierigkeiten hatte meine Contenance zu wahren, ich schwankte zwischen Empörung und Gelächter. Was war passiert? Mein Gegner rief den Schiri und reklamierte auf Partiegewinn aufgrund wiederholten Remisangebots, während er selber in dieser Partie bereits mehrfach gegen FIDE-Regeln verstoßen hatte (nebenbei bemerkt ironischerweise zusätzlich zu bereits beschriebenem gegen die Vorgabe Remisangebote entsprechend der Regeln auf dem Partieformular zu notieren). Bleibt natürlich noch zu sagen, dass eine solche Reklamation völliger Unsinn ist, wenn man sich mit den FIDE-Regeln beschäftigt. Dort findet sich unter Artikel 9.1.2.1. die Aussage, dass ein Remisangebot zu einer beliebigen anderen Zeit gültig ist, sofern Artikel 11.5. berücksichtigt wird. Artikel 11.5 wiederum sagt, dass es verboten ist den Gegner abzulenken bzw. zu stören, unter anderem durch ungerechtfertigtes Antragstellen oder ungerechtfertigtes Remisbieten. Das ungerechtfertigte Remis, worauf mein Gegner reklamierte ist beim zweiten Remisangebot mit mehren Zügen dazwischen sicherlich nicht zu sanktionieren, zumal vorm Partieverlust nach Artikel 12.9 noch andere mildere Strafen möglich wären. Tatsächlich hätte ich aufgrund des Antrags meines Gegners das Recht darauf gehabt, dass der Schiedsrichter meinen Gegenüber sanktioniert, witzigerweise aufgrund genau des Artikels, auf den er selbst reklamierte.

Weitere mehr als 20 Züge später, in der zweiten Hälfte der sechsten Stunde, als klar war, dass er die Partie zu seinen Gunsten entscheidet und ich weit weniger als 10 Minuten Restzeit hatte stand er nach seinem Zug auf, stellte sich hinter seinen Stuhl und starrte mich an (zumindest kam es mir so vor). Dann ging er aus dem Raum. Ich entschied mich dazu aufzugeben. Die Größe sitzen zu bleiben und auf meinen Gegner zu warten hatte ich in diesem Moment leider nicht, also hielt ich dir Uhr an, baute meine Grundstellung auf, trug das Ergebnis ein, unterschrieb die Partieformulare für den Schiedsrichter und rechnete mit ihm die Schiedsrichterkosten ab. Anschließend verließ unsere Mannschaft den Spielort.

Unterm Strich haben wir 2:6 verloren. Vermutlich etwas zu hoch, jedoch verdient verloren. Dazu bleibt die Erkenntnis, dass ich mich freue in einer Mannschaft zu spielen, in der ich bei niemandem mit Späßen dieser Art zu rechnen habe. Vielen Dank dafür!

Für uns geht es am 25.2. weiter, wenn wir als aktueller Vorletzter das Schlusslicht aus Bargteheide zum möglicherweise vorentscheidenden Abstiegskrimi empfangen.

Diogenes I – Willkommen im Abstiegskampf

Gestern spielten wir auswärts beim SKJE. Wir mussten wie in bisher jedem Kampf auf Almar verzichten, für ihn spielte wieder Oguz. Der SKJE trat mit seinem schwedischen GM an, sodass alle ein Brett weiter rutschten und wir nominell leichter Außenseiter wurden.

Im Kampf wurde schnell klar, dass wir uns strecken mussten um etwas Zählbares mitzunehmen. Ich hatte meine Eröffnung miserabel behandelt, dazu gefielen mir Toms und Romans Stellungen nur bedingt. Dazu kam noch, dass Roman für einen abwartenden Aufbau, Axel für einen spannenden Aufbau und Oguz für einen Standardaufbau Unmengen an Bedenkzeit investierten.

Dann kamen die ersten Entscheidungen. Bei Christian verflachte die Stellung bald, worauf die Partie nach kurzer Rücksprache Remis gegeben wurde. Mein Gegner wählte nicht die strengste Fortsetzung, sodass sich seine aktiven Figuren gegen meine passiveren abtauschten, ebenfalls ein recht schnelles Remis. Dazu kam Fabians souveränes remis gegen das Elo-Schwergewicht des Kampfes.

Blieben also noch Roman, Axel, Stefan, Tom und Oguz. Bei Stefan war ich vorsichtig optimistisch, das sah für mich nach einer Partie mit nur zwei möglichen Ergebnissen aus. Auch Axel stand gefühlt gut, er hatte einen Mehrbauen, für den es zwar Kompensation, aber auch nicht mehr gab, dafür waren wir an den restlichen Brettern eher im Hintertreffen. Bei Tom meine ich einen konkreten Gewinn für den Gegner gesehen zu haben, der allerdings nicht kam, sodass Tom weiter kämpfen konnte.

Letztendlich konnte Oguz in seiner mal wieder wilden Partie für seinen geopferten Turm den gegnerischen König nicht bekommen, Axel nahm bei sehr knapper Zeit ein Remis und Roman wählte in einer anspruchsvollen Stellung bei ebenfalls sehr knapper Zeit die vermutlich nicht beste Verteidigung und musste sich geschlagen geben. Beim Stand von 2:4 spielten Stefan und Tom noch, konnten aber jeweils nicht mehr als ein Remis mitnehmen.

Insgesamt also eine leider verdiente 3:5 Niederlage, womit uns der SKJE in der Tabelle überholt. Was mich ärgert ist, dass wir in jedem Kampf Punkte durch knappe Bedenkzeit abgeben. Zwischen Zug 20 und 25 hatte Axel noch 5 Minuten, Roman und Oguz nicht mehr als deren 2, ihre Gegner aber noch jeweils mindestens eine halbe Stunde. Genau an diesen Brettern haben wir an diesem Tag den kürzeren gezogen. Manchmal lässt sich das natürlich nicht vermeiden, ich würde mir aber wünschen, dass wir in diesem Abschnitt besser werden.

Wir haben nun wie Schachfreunde, SKJE und Marmstorf  3-7 Mannschaftspunkte, finden uns aber aufgrund der schlechteren Brettpunkte auf Abstiegsplatz 9 wieder. Wir dürfen nicht den bisher vergebenen Chancen (die es gab) nachtrauen, sondern müssen schauen es schon in 2 Wochen bei den Schachfreunden zum nächsten Abstiegsgipfel besser zu machen.

 

Dio I – Weihnachtsgeschenke

Vergangenen Sonntag empfingen wir im Fahrenkamp unsere Gäste aus Preetz.

Beide Mannschaften traten mit Ersatzleuten an, bei uns spielten Oguz und Christian K. für Almar und Axel, nominell war eigentlich alles offen.

Das erste Weihnachtsgeschenk gab es bereits vor dem Kampf, es gibt neue Stühle! Diese sind ein wenig tiefer als die alten, haben Armlehnen und sind besser gepolstert. Die alten Stühle sind ebenfalls noch da, so konnte der Stuhl frei gewählt werden. Letztendlich entschied sich nur Christian L. für den alten Stuhl, bei schnelleren Turnierformen kann das aber eventuell wieder anders aussehen.

Der Kampf selber sah lange Zeit gut aus. Zuerst machten Stefan, der etwas angeschlagen war, und später auch Christian L. remis. Sonst gefielen mir eigentlich alle Stellungen, zumindest standen wir nirgendwo schlecht. In der Folge wurde es eigentlich immer besser, Fabians Gegner machte einen leicht seltsam anmutenden Zug, der zu einem isolierten Doppelbauern führte, den Fabian gut auszunutzen verstand und als Blockade für den Gegner nutzte. Bei Roman war alles in Ordnung, nur das Zeitmanagement war nicht ideal, was aber eigentlich ja nichts ungewöhnliches ist. Ich kam ebenfalls gut aus der Eröffnung und stand klar angenehmer. Bei Tom war eigentlich nur die Frage, ob er die gegnerische Blockade öffnen kann oder die Partie Remis endet. Christian K. konnte zwei Bauern einsacken, das sah ebenfalls sehr gut aus. Oguz hatte ein für ihn typisches Stellungsbild, in dem er positionelle Risiken für Angriffschancen tauschte.

So sah ich uns eigentlich schon auf der Siegerstraße, so sollte es allerdings nicht kommen.

Christian K. hatte es sich vielleicht in dem neuen Stuhl ein wenig zu bequem gemacht, so merkte er nicht, wie seine Zeit runtertickerte. Schließlich verlor er in klar besserer bis gewonnener Stellung auf Zeit. Ich glaube da ärgert er sich selbst am meisten drüber. Oguz verpasste gleich mehrfach die Möglichkeit konkret Material oder die Partie zu gewinnen, drehte dann die Züge um und sah sich auf einmal einer undeckbaren Gabel gegenüber. Zwei absolut überflüssige Geschenke.

Währenddessen konnte Fabian einen schönen und durchaus souveränen Sieg gegen den gegnerischen IM einfahren. Auch meine Partie endete mit einem Geschenk, so zog mein Gegner im 40 Zug mit etwa 2 Sekunden auf der Uhr seinen Zug, drückte aber nicht rechtzeitig auf die Uhr. Dass gleich 2 Partien in einem Kampf durch Zeit entschieden werden habe ich in der Oberliga so auch noch nicht erlebt. Glücklicherweise kann ich dazu wenigstens sagen, dass ich die ganze Partie über nie Probleme hatte und gleich 3 mal die Möglichkeit verpasste die Stellungsbewertung auf über 1,5 zu meinen Gunsten zu schrauben. Auch in der Schlussstellung sieht die Engine mich im Vorteil (etwa +1), wenngleich natürlich nicht klar ist, ob ich die komplizierte Stellung wirklich gewonnen hätte.

Blieben Roman und Tom. Roman quälte sich vergeblich durch ein schlechtes Endspiel mit Minusbauern, nachdem er sich kurz vor der Zeitkontrolle mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr verrechnet hatte. So musste Tom beim Stand von 3:4 versuchen seine verschachtelte Stellung zu gewinnen. Er riss die Struktur auf, was durchaus auch vielversprechend bzw. mindestens unklar aussah. Leider unterlief ihm weit in der sechsten Stunde dann ein Fehler, der gnadenlos gekontert wurde. Trotzdem ein großes Dankeschön für diesen Versuch (nicht das erste Mal in dieser Saison, dass er ein sicheres Remis der Mannschaft wegen ausgeschlagen hat, leider bislang ohne die Belohnung)!

So steht am Ende ein absolut überflüssiges und ärgerliches 3:5, bei welchem wir nach den Stellungen gut und gerne auch 5,5  hätten holen können.

Weiter geht es am 21. 1. beim direkten Konkurrenten SKJE. Wir sollten schauen dort keine Geschenke zu verteilen und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen. Bis dahin wünsche ich aber erstmal eine fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!