Vorentscheidung um die Clubmeisterschaft!? – Update 2!

Naja – wenn noch ein kleines Fragezeichen dabei ist, dann wäre auch die Titelverteidigung für Fabian noch denkbar – aber Markus hat nach seinem gestrigen Sieg einen halben Punkt und einige SB-Punkte Vorsprung – bei noch 2 ausstehenden Runden und nominell schwächerer Gegnerschaft als Fabian. (siehe http://meisterschaft.schachfreunde-hamburg.de/2017/ergebnisse/1)
Aber: was war das denn für eine Partie! Entweder ne Supervorbereitung oder ein genialer Angriffswirbel – wahrscheinlich von beidem etwas.

Nach so ca. 15 zügen sah es in der Partie Markus Hochgräfe – Fabian Schulenburg so aus:

Fabian hat gerade rochiert und mit seinen Läufern alles aktiv im Griff wie es scheint – freilich für einen Minusbauern.

Wie befreit sich nun also ein Meister aus der Klemme? Ich mag es eigentlich noch nicht verraten – und auch Maschinen (wenn auch nicht die stärksten auf den schnellsten Rechnern) bemerken erst nach über 10 Minuten, dass Weiß sich dazu einiges erlauben kann. Dann nämlich verschwindet eine bestimmte Variante aus den angezeigten, weil Schwarz sie nicht überlebt. Nur soviel noch: die beiden gewannen eigentlich gleich meine Partie mit, da Herr Fegebank und ich mangels eigener Turbulenzen sehr interessiert aufs Nachbarbrett schauten – er vielleicht das ein oder andere Minütchen zu lange. Und: hätte ich zwischendurch wetten dürfen, dann auf Fabian, da meine Erfahrung ist, dass man ihm besser nicht Material zum Verzinsen anvertraut; das behält er üblicherweise einfach ein.

Na denn ratet mal schön oder schmeißt die Rechner an – Markus wird vielleicht auch noch eine Analyse bringen oder Trainingsmaterial daraus machen. Und für Fabian mag der Trost bleiben, dass er eigentlich nichts falsch gemacht hat, außer nicht zu akzeptieren, dass Weiß sich hier eben doch mit einem Mehrbauern stabilisieren kann.

Außerdem werfen wir noch einen kurzen Blick in die 2. Gruppe: dort ist Sven Böttcher nach seinem gestrigen auch nicht ganz uninteressanten Sieg kaum noch der Überraschungsaufstieg zu nehmen (mit Startnummer 8 von 9). Die übrigen Diogenesen liefen derweil in allen Gruppen auch kräftig … aber leider nur DWZ ab; auch Hans-Werner in Gr. 4, der gestern aber vielleicht die Kurve zum Guten nahm. Leude Leude, das muss besser werden in den Mannschaftskämpfen!

 

So … nun gibt es von den Kontrahenten die ersten Stimmen zur Partie: Fabians erste Analyse zieht 1.Lf4 dem Partiezug Le3 vor. F15 findet, dass die Partie danach ziemlich ausgeglichen steht (1) – aus menschlicher Sicht wohl eher unklar aber mit Kompensation für S. In der Partie spielte Markus also 1.Le3! Der Zug Le3 fiel mir insofern leicht, weil ich in der Stellung nichts anderes vernünftiges ziehen kann, oder? Sozusagen gezwungen zum Schönspielen. Nachdem Fabian die Annahme des Opfers der durchaus spielbaren aber eben nicht ganz den Minusbauern kompensierenden Variante 1… Lxe3 2.Dxe3 a6 3.b3 The8 4.Dh6 Ld3 5.Tfd1 += (2) vorzog, ergab sich eine entscheidende Gabelung nach 1.Le3 Lxb2 2.Dxa7 Lxa1 3.Da8+… Kd7 oder Kc7 (3)? Fabian meint zu seinem Zug Kc7: Ich habe mich [nach 3… Kc7 4.Lf4+ Td6 5.Lxd6+ Kxd6 6.Dxb7] nur falsch verteidigt. Statt Td8 muss ich De5 ziehen und der Rechner findet für beide Seiten nichts Besseres als Remis (zumindest in der 2 Minuten Kurz-Analyse), während Markus überzeugt ist: Nach Kc7 … war es mehr oder weniger forciert gewonnen, weil ich nach Lf4 dort sofort Material zurückbekomme und nicht einen Turm weniger habe.

Markus-Fabian Lf4          Markus-Fabian Le3 b

(1) 1.Lf4 g5 2.Lg3 g4 3.Le2 h5 (=)    (2) 1.Le3 Lxe3 2.Dxe3 a6 3.b3 The8 4.Dh6 Ld3 5.Tfd1 +=     

Markus-Fabian Da8         Markus-Fabian Db7

(3) 3… Kd7 oder Kc7?                                    (4) 3… Kc7 4.Lf4+ Td6 5.Lxd6+ Kxd6 6.Dxb7

F15 meint zu 6… De5, dass die Sache nach 7.Td1+ Ld4 8.c5+ Dxc5 (8… Kxc5 9.Tc1+!) 9.Dg7 (5) für W relativ klar ist … UPDATE: Man muss aber ja nicht auf c5 nehmen wie Fabian richtig anmerkt: Mein Rechner gibt jedoch die wie ich denke recht forcierte Variante (auch für Weiß) (5a) 8… Ke6! 9.Dxc6+ Kf7 10.Dd5+ Dxd5 11.Lxd5+ Kf6 12.Txd4 Td8 13.Td1 Lc2 14.Td2/d4 Lf5 (5b) mit Zugwiederholung an. Ich sehe nicht, wie Weiß dem ausweichen soll. Zusammen mit dem g4-Mini-Vorteil Endspiel, das die Engine als Remis einschätzt beruht meine “Kc7 scheint Remis zu sein”-Aussage auf dieser Zugwiederholung. Markus merkt weiter an: Nach Kd7 statt Kc7 ist die Stellung total chaotisch und die Engine sagt 0.08?! Weiß bekommt 3 Bauern für den Turm und Initiative. F15 schätzt W leicht im Vorteil (+0,4) nach 3… Kd7 4.Db7+ Ke8 5.Te1 Kf8 6.Lc5+ Kg8 7.Lxc6 mit der “chaotischen” Stellung (6). S kann hier leicht die Partie einstellen – z. B. wird er nach 7… Lc3 mattgesetzt! (5-zügig). W braucht dagegen starke Nerven mit einem Turm weniger – Genauigkeit wird von beiden verlangt. Nach der schwächeren Verteidigung 6… Td8 folgten 2 hübsche Königssperren (und nicht etwa das verlockende Dxc6+? nach dem der schwarze König flüchten kann): 7.Te1! (7) Ld7 8.c5+! Kxc5? 9. Te1! (8) und der schwarze König verhält sich auch weiterhin sehr entgegenkommend, was die Partie entschied – auch wenn mir die genaue Zugfolge nicht bekannt ist.

Markus-Fabian De5        Markus-Fabian De5b

(5) 6… De5 7.Td1+ Ld4 8.c5+ Dxc5 9.Dg7   (5a) 6… De5 7.Td1+ Ld4 8.c5+ -> Ke6! 

 Markus-Fabian De5c          Markus-Fabian Kd7

(5b) 8… Ke6 9.Dxc6+ Kf7 10.Dd5+ Dxd5 11. Lxd5+ Kf6 12. Txd4 Td8   (6) 3… Kd7 4.Db7+ Ke8 5.Te1 Kf8 6.Lc5+ Kg8 7.Lxc6

Markus-Fabian Te1          Td1

                   (7) Tf1-e1!                                                               (8) Te1-d1!

 

Erfahrungen aus Riga

(Fortsetzung vom 10. 8.)

Am Ende war es dann also ein gelungenes Urlaubs-Open – nicht nur aufgrund der Schönheit der Stadt und des (Danke Bobo!) mitten darin befindlichen Irish Pub „Donegan‘s“, der eine ruhig freundschaftliche Atmosphäre auf Basis unzähliger Fassbiersorten zu bieten hatte – genau das Richtige nach anstrengendem Schachtag, jedenfalls wenn die Engländerhorden woanders soffen.

Gelungen war uns eben auch das Turnier mit 4,5 bzw. 4,0/9 erreichten wir Pl. 176 (252) und 229 (270) bei 319 Teilnehmern, was nach je 2,0/6 auch schlechter hätte laufen können. Aber nach einigen Runden war man drin im Schach, konnte vielleicht an früheres Niveau anknüpfen und wurde mit 20XX Elopunkten dann gern mal unterschätzt. Mit +35 ELO war ich sogar relativ bester Deutscher – und auch Ralf nahm +14 mit, was angesichts eines durchschnittlichen Pro-Kopf-Verlustes von -16 (bei 38 Deutschen in den Turnieren A bis D) offensichtlich gut ist. Die Chess-Results-Seite gibt in dieser Hinsicht einige Möglichkeiten her: Die Chinesen klauen uns Westeuropäern die meisten Punkte (55 pro Kopf bei 15 TeilnehmerInnen), gefolgt von Weißrussen (33/K; 20), Litauern (15/K; 29) und Indern (14/K; 21), während die 53 Russen „nur“ 3,5/K mitgehen ließen und die 134 Letten 4,2/K zuhaus behielten.
Das A-Open wurde aber von zwei der hier selteneren Ukrainer gewonnen: GM Vladimir Onischuk (ELO 2610 / Leistung 2737) und IM Sergey Pavlov (2475 / 2717) erzielten 7,5/9. Auf Platz 4 landete mit einer Klasseleistung der beste Deutsche, GM Jan-Christian Schröder (U20, 2539 /2640) mit 7,0/9, die relativ noch stärker auch IM Marco Baldauf (2460 / 2611) auf Platz 11 erreichte, während die Favoriten Sasikiran (2688 / 2546) und Shirov (2648 / 2528) mit 6,0/9 abgeschlagen waren, was Preisgelder anging. Es landeten von den ersten 20 der Setzliste nur 3 auf den ersten 10 Plätzen, was die extreme Ausgeglichenheit des Feldes unterstreicht. Die anfangs so stürmische Tingjie Lei ließ sich leider etwas ausbremsen, da die weiteren stärkeren Gegner früh das taktische Risiko vermieden – aber 6,0/9 und dennoch sehenswert interessante Endspiele gaben auch ihr ein leichtes Plus (+12).
Desweiteren ungewöhnlich war die Altersstruktur: Im A-Open spielten ca. 40 % U20- und jüngere SpielerInnen, mit denen Ralf (2,5/6) und ich (3,5/4) recht ordentlich zurecht kamen. Und auch der Frauenanteil war mit ca. 15% höher als üblich. Beide Gruppen sind ja auch für eher kämpferischen Stil bekannt – vielleicht auch demzufolge habe ich einschließlich der 9. Runde – außer an den Spitzentischen – nur sehr wenige schnelle Remise beobachtet. Die Spielbedingungen waren hervorragend, wenn man sich daran gewöhnt hatte, sich selbst zu verpflegen und die für mich erstmals erfahrene Spielzeit von 90 Min. plus 30 s /Zug für die gesamte Partie annehmen konnte. Denn die führt dazu, dass auch alle Spitzenspieler ihre Endspiele mit meist weniger als 5 Min. Restbedenkzeit zu Ende spielten – gutes Endspielwissen und eine gute Eröffnungsvorbereitung werden auf diese Weise noch wichtiger …
Hier müsste nun was Schachliches kommen – tja, die anderen Themen haben die Zeit schon wieder voll unter Kontrolle – und die eigenen Partien waren sehr interessant aber es gab nur wenige Kombinationen zum Nachrechnen – dann nehmt wenigstens diese:

Der erste U20-Spieler sollte der einzige mit schwächerer Rating als der eigenen bleiben – schnell und giftig war er – und hier unaufmerksam:
Jaroslavs Petrovs (LAT, 1945) – TR
26. e3-e4?

Nur meine beiden Partien gegen die U20-Damen in Runde 7 und 9 gingen „falsch“ aus – also nicht so, wie es nach dem ersten gröberen Fehler kommen müsste. In der letzten Runde verpasste ich so ein noch besseres Ergebnis, das freilich auf dem Glück aus Runde 7 beruhte:

Karina Ivanova (RUS, 2197) – TR
41. Te6 sieht vielversprechend aus, doch es folgte 41. Sf7+ – wie ist die Stellung nun einzuschätzen?

Viktoria Chernyak (RUS, 2267) – TR
Die letzten Züge waren 36 Lxg7= Da8+ 37.Kf1 Sxg7 und nach 38.Txb6? spürte ich, dass da was faul ist – fand aber unter Zeitdruck nur 38. … Ta1+ 39.Ke2 Ta2 40.Tb8+ Dxb8 41.Dxa2 gxf4= 1/2-1/2 – Wie macht man es besser?

Die anderen Hamburger Dimitrij Kollars (5,0), Jonathan Carlstedt (5,5), Frank Bracker (4,5), Felix Meißner (5,0), Björn Bente (5,0), Michael Kotyk (2,5) – spielten allesamt etwas bis deutlich unter Wert. Die Darstellung aus Sicht nicht nur dieser Meister kann man sich wie zu jedem größeren Ding auf Schachticker verklickern lassen: http://www.chess-international.de/archive/76019

Zum nächsten Markus-Training am 21. August bringen wir bestimmt ein paar Kostproben des eigenen Schaffens mit.

Und nun noch ein paar Bilder:
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Manche Meister gingen früh geknickt.

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Es lenkte sehr ab, Tea Gueci in die Augen zu schauen.

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Rigas Technische Universität: Danke!

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Altstadt mit Dom und Brücke nach Kipsala (Spielort).

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Daugavastrand auf Kipsala – keine Zeit für.

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Staatsbibliothek – Eisenbahnbrücke – Markthallen.

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Thutsatz mit Luch und Truch aus HH (altes Wappen links oben).

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Sendete noch als die Russen es am Erschießen waren (1991).

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Mit 9/10 des Berges nuss man unter Wasser rechnen.

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“Saudzejams” heißt nicht Nilpferd, obwohl das im Lettischen möglich wäre.

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Mutter Russland lockt schön wie eh und je.

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Man hilft hier der Feuerwehr beim Löschen.

Letter from Riga

Das 7. internationale Schachfestival zu Ehren der Rigaer Ikone Mihail Tal (das Denkmal müssen wir noch besuchen) an der TU in Riga umfasst neben weiteren Turnieren ein ohne Übertreibung Super-Open – mit über 300 Teilnehmern aus Sage und Schreibe 43 Nationen – darunter so exotische wie Madagaskar und Simbabwe sowie neben denen der baltischen Republiken starke Fraktionen aus Indien, China Russland und auch Deutschland. Hamburg könnte aufgrund der einfachen Anreise per Flieger sogar die nach Riga am häufigsten vertretene Stadt sein. Ralf und ich versuchen die Farben des Diogenes würdig zu vertreten, was in einem Feld, in dem Markus unauffällig im oberen Mittelfeld rumdümpeln dürfte, eine echte Herausforderung ist. Und da wir wohl heute in der 4. Runde unseren Höhepunkt des Turniers hatten, wird die Motivation für ein paar Eindrücke von Hansestadt zu Hansestadt nicht besser werden als nach dem Doppelsieg gegen ein estnisches U20- und ein Hamburger U14-Talent (Kotyk) – Zwischstand für uns: Ralf 1,0/4 ich 2,0. Beste Hamburger sind derzeit Frank Bracker und Dimitrij Kollars mit 3,0/4.

Der Schmuck des Turniers ist pures Schach: sehr gute Spielbedingungen, haufenweise Meister zum Anfassen, Videowand. Verpflegung: eigene Verantwortung oder die einer manchmal über den Kaffeeautomaten hinaus geöffneten kleinen Mensa.

Star des Turniers ist sicher Alexej Shirov, der aber unterdessen 100 Elopunkte weniger als einst auf der Uhr hat und schon 2 Remis abgab – u. a. gegen meinen früher für Mainz spielenden Erstrundengegner IM Krivosonov aus Riga (2397). Der an 1 gesetzte 54. der Weltrangliste Sasikiran (IND, 2688) musste auch schon das Podest der ersten 12 Tische verlassen und ganz bös traf es den an 4 gesetzten deutschen GM Fridman mit 1,0/3 zum Auftakt. Dafür ist nun on Top die m. E. kommende Weltmeisterin zu beobachten: GM Tingjie Lei (CHN, U20, 2513) zerlegt ihre Gegner (darunter Björn Bente „ich glaub, die kann ganz gut rechnen“) bisher derart explosiv, dass es Tal im Grabe verzücken müsste – und ich mich gestern mehr als 1 h in der Traube um ihr loderndes Brett bestens unterhalten fühlte! Nun darf sie es dem an 2 gesetzten Nabaty zeigen. Schaut Euch die Partien an – mehr Schachliches bring ich jetzt nicht mehr zustande.

http://rtuopen.lv/en/content/tournament

Das war unser Jubiläumstreffen!

Schön wars mit Euch! Viele haben geäußert, dass es Spaß gemacht hat: zwischen Simultan- und Gartenschach tummelten sich alle Altersklassen, die ein Verein mit 40 Jahren Lebensgeschichte zu bieten hat: Jugendliche von MCG und CPG, Ehren- und Gründungsmitglieder und sogar der ganz junge Nachwuchs aus den nächsten Diogenesengenerationen. Sylvin Müller-Navarra, einer von noch 4 aktiven Gründern, die Ehrenmitglieder Michael Pommerening und Jörg Schulz und Werner Schulenburg, dessen Söhne inzwischen den SC Diogenes und auch diesen Jubiläumstag entscheidend mittragen – dies sind Namen, die für Martin Graffenberger, Ralf Hein und mich Erinnerungen an unsere Trainingsstunden wecken – es muss also länger her sein als man sich manchmal wünscht, dass dem SC Concordia ein Diogenes entsprang.
Am Samstag trafen sich auch ein paar Deutsche Meister von 1987, einschließlich unseres GM Karsten Müller, der unsere stärksten Spieler seit einiger Zeit wieder mit Training unterstützt und auch am Jubiläumstag nach Verspätung durch den langen Simultankampf mit humorvollen Erinnerungen an Glanz- und Grinspunkte vom Beginn seiner Schachkarriere für ein volles Haus zur besten Fernseh- und Schlagermuffzeit sorgte!

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Auf Wiedersehen Landesliga!

Witzige Freistoßgeschenke, Ausgleich in der Nachspielzeit, Eckball-Tor-Aus … das nötige Spielglück, das manche umläuft, hatte unsere Landesligamannschaft am Wochenende nicht. Sowohl im Samstagsmatch gegen Königsspringers Zweite (3,5:4,5) als auch gegen St. Pauli II (3:5) sahen die Kämpfe nach 2 bis 3 Stunden vielversprechend aus, doch dann wurden je einmal die Zeit durchlaufen gelassen, mehrere Endspiele mit Mehrbauern nicht gewonnen und vermeintlich sichere Remistellungen noch versiebt, was natürlich auch an den Spielstärkeverhältnissen liegt – beide Gegner waren nominell besser bis deutlich besser besetzt.
Befremdlich war auch St. Paulis Herangehensweise: nur zu sechst antretend drängten sie am Samstag unserem Konkurrenten SKJE II den Außenseitersieg geradezu auf. Wir konnten die Chance bei nur einem Kampflosgeschenk und stärkerer Besetzung dann am Sonntag nicht nutzen. Insgesamt ist das eine Art Wettbewerbsverzerrung (insbesondere auch gegenüber HSK IV), die vom mittlerweile zum Schachriesen aufgestiegenen FCSP kein gutes Bild abgibt. Wohlbemerkt: unsere Kampflosen in Bezirks- und Kreisliga beruhen darauf, dass wir möglichst allen Spielern Spielmöglichkeiten bieten wollen, leider auch inklusive Organisationsfehlern. Aber eine Landesligamannschaft hat 16-18 Plätze und enthält Leute, die das nicht mehr auf absolutem Hobby- sondern auf Sportniveau betreiben.
Und das i-Tüpfelchen war schon zuvor gesetzt – mit der Ablehnung unseres Antrages durch den Spielausschuss des HHSchV, ausnahmsweise die Sperrung für in der 8. Runde in der Oberliga eingesetzte Landesligaspieler aufzuheben, da diese Spieler aufgrund der zeitgleichen Ansetzung von LL-Runde 7 mit OL-Runde 8 zwangsläufig einmal mehr fehlen (dann hätte Oguz am Samstag an 2 gespielt, was schon erheblichen Einfluss gehabt hätte.)
Aber in Summe sind wir natürlich selbst am meisten „Schuld“: Ohnehin zum dritten Mal in Folge als einer der Top-Abstiegskandidaten ins Rennen gegangen, konnten nur Tom und Ralf ein kleines DWZ-Plus erspielen, während alle anderen unauffällig spielten oder leichte Verluste hinnehmen mussten. D. h. wir haben als Außenseiter normal gespielt, die mehrfachen positiven Ausreißer der vergangenen Jahre blieben aus und so reicht es leider nicht.
Im Großen und Ganzen hatte ich aber den Eindruck, dass alle gern zusammen in der LL gespielt haben, was sich an der sehr hohen Spielbereitschaft erkennen ließ. Nun gilt es, sich sinnvoll neu zu ordnen zwischen Dio 1 und 3 und dann wieder mal die Stadtliga zu rocken – ab und an kann das auch mal Spaß machen – wie wir ja wissen! Und manche Familie freut sich über ein paar zusätzliche gemeinsame Sonntage.

LL16-17

Weitere Zahlen, z. B. DWZ-Statistik, findet Ihr beim Hamburger Schachverband: https://www.hamburger-schachverband.de/

5-Kampf-Nachtrag – jetzt mit Tabelle!

Hier ist nun also auch das Tabellarische!

5K-17

Das Ergebnis war am Ende doch viel knapper als es Markus schöner Bericht erwähnt, auf den ersten drei Plätzen. Ralf Hein hätte nach dem neuen Modus (1 Streichergebnis von den 5 Disziplinen) “nur” das Skatturnier gewinnen müssen, wenn ich dagegen nur eine normale Skatrunde hinlege. Aber es kam knapp anders: der Gewinner der ersten Skatrunde, Jan Paul Ritscher, musste wegen Theaterkarten auf die zweite Runde verzichten und machte so zwar den Weg frei, doch Achim Kaliski legte im 2. Durchgang ein Rekordergebnis hin (>900 in 12 Spielen), spielte sich damit vom Mittelfeld auf den Bronzerang der Gesamtwertung und nahm Ralf gleichzeitig die 1000 Punkte weg, die der gebraucht hätte, um den Hauch von 8 Punkten (bei in Summe 3189) vor mir zu liegen … na gut; dazu dann also ab Freitag die Tabelle.

Ganz allgemein freue ich mich aber immer am meisten über neue Teilnehmer und diesmal auch Teilnehmerinnen – nämlich Susanne Woelk (Wandsbeker TB / Schwimmen) und Jeanette Hölzer, die auch Leon Fabian Apitzsch (SF Sasel) überzeugen konnte! Falls ihr nicht zufrieden gewesen sein solltet: einmal ist keinmal! Ab der 2. Teilnahme beginnt für frau wie man die Gewöhnung an das manchmal wilde Durcheinander. Mit der Streichwertung können also auch Hobbyschachspieler wie Sönke Weber vom TuS Appen (Tischtennis) oben mitmischen: diesmal Rang 4 mit der Tendenz: gefährlich!

Danke für die allgegenwärtige Hilfsbereitschaft! Und an die lieben Gäste: bis spätestens zum nächsten Mal!

Landesliga: glücklicher 2:1-Sieg bei SKJE 2!

Beide Mannschaften traten im Bewusstsein eines entscheidenden Kampfes mit der nominell bisher stärksten Aufstellung an. Bei uns hatte Peter auch aufgrund noch nicht abgeschlossener Genesung zugunsten von Holger verzichtet, der in der 7. Bezirksligarunde eh nicht antreten konnte.

Dennoch brachten beide Teams nicht die stärkste Saisonleistung auf die Bretter … nach 4 Stunden stand es noch 0:0 bei 4 Remisen – zumindest meines war recht kurios: zunächst übersah Martin Fischer einen simplen Gewinn und am Ende ließ ich in einem für ihn hoffnungslosen Endspiel dreimal dieselbe Stellung zu …

In die Verlängerung gingen wir mit zwei hoffnungsvollen Partien von Christian (durch ein Figurengeschenk des Gegners nach vorherige Minusqualle) und Ralf (2 herausgearbeitete Mehrbauern aber ungleichfarbige Läufer) sowie Endspielen mit Minusbauern von Holgi und Tom. Ein 4:4 wäre aber zu wenig – wir brauchen Mannschaftspunkte angesichts unseres abstiegsreifen Torverhältnisses! Während Holgi lange kämpfte aber am Ende gegen den elostärksten Gegner chancenlos war, konnte Tom folgenden Ablauf erreichen:

Woelk-Bruening1 (1)  Woelk-Bruening2 (2) Woelk-Bruening3(3)

Woelk – Bruening

Diagramm 1: Stellung kurz nach der Zeitkontrolle – Tom blieb auf seinem schwachen Läufer sitzen, (den doch eigentlich der Franzose verpasst bekommt!) und das Pferd hatte auf c3 gegrast. Auf Lc7 entschied sich Schwarz für Sa4?! anstelle von Sb5. Letzterer Zug hätte zu Diagramm 2 und m. M. n. Verluststellung führen können. In Diagramm 3 zeigt Tom dann die Pferdeanleinung nach Sa4. Die unglückliche Bauernaufstellung von Schwarz am Königsflügel komplettiert die Punkteteilung. Nachdem Christian gewann, konnte also Tom auf diese Weise kurz vor Ralfs 2:1 Siegtreffer auch mit einem Remis Heldenhaftes tun!

Es ist angerichtet für ein spannendes gemeinsames Landesliga-Abschlusswochenende, das am Samstag (13. 5. – 14 Uhr – Kapstadtring 8) mit dem Kampf gegen die gerade wieder erwachte Zweite der Königsspringer beginnt. Bis dahin wird der Hamburger Spielausschuss auch über unseren Antrag zum Ausgleich für die unglückliche Terminplanung des Schachverbandes entscheiden. (Oguz wäre z. B. durch Einsatz in der OL-Runde 8 in der LL-Runde 8 gesperrt – konnte ja aber aufgrund der zeitgleichen Ansetzung gestern auch nicht in LL-Runde 7 dabei sein).

Wir sollten fröhlich sein, dass wir uns mit dem nötigen Glück nun doch noch reale Chancen auf den Klassenerhalt erarbeiten konnten – nach einer völlig mißratenen ersten Saisonhälfte, in der außer Tom alle unter ihrer DWZ-Erwartung blieben, Weiter geht’s!

SKJ2-Dio2   LL-17-Rd7

 

1. Schnellschach-Grand-Prix

Aufgrund von Parallelterminen kamen “nur” 10 Spieler und eine Spielerin. Das erste Grand-Prix-Turnier konnte Fabian Schulenburg mit starken 4,5/5 gewinnen, nachdem er gegen den überraschend stark aufspielenden Leon Apitzsch von den Saseler SF (4,0) in der Vorschlussrunde Dauerschach geben musste. Peter Gröppel erwischte einen auffallend guten Tag und Platz 3 mit 3,5/5.

SGP1701