Diogenes 4 – The times are a changing

Letzten Freitag konnte ich in Runde 3 zum ersten Mal seit vielen Jahren mal wieder in der Kreisliga antreten. Warum Kreisliga? Da wir für diese Saison 2 Landesligamannschaften haben, haben wir entschieden, die dritte und vierte Mannschaft nicht parallel antreten zu lassen, zumal aus den letztjährigen Bezirksligakadern mehrere Spieler wegfielen, allen voran Kai und Torsten. Deshalb ist Diogenes 4 freiwillig abgestiegen, um auch einigen Spielern, für die die Bezirksliga noch recht hart, eine vernünftige Spielchance zu geben. Bislang hat das ganz gut geklappt, die neue dritte Mannschaft von Semir ist mit einem Sieg und einem Unentschieden gestartet, Diogenes 4 mit dem neuen Mannschaftsführer Michael konnte in Runde 2 mit 3 Links am Brett 5:3 gewinnen, Runde 1 fiel dem Schneetreiben zum Opfer und wird am 20.2. nachgeholt. In Runde 3 empfingen wir die Jubiläums-Barmbeker.

Für mich war die erste Überraschung, dass in der Kreisliga mit nur 90 Minuten (+30 min) ohne Inkrement gespielt wird. Die zweite Überraschung war, dass der kurzfristig erkrankte Klaus am Spieltag durch Nik ersetzt wurde. Und so spielten wir mit Michael – Alex – Andreas – Achim – Ramona – Feiya – Jonas -Nik. Von den Zahlen waren wir an 1-5 Favorit, an 6-7 Außenseiter und an 8 leichter Favorit – im Schnitt waren wir trotzdem minimal, es sollte also spannend werden, und so kam es dann auch.

Nik konnte relativ früh einen Mehrbauern holen, bei Jonas sah es zienlich wild aus. Feiya verlor relativ früh 2 Bauern, bei Ramona wirkte es ausgeglichen bis leicht schlechter. Ich hatte gefühlt ziemlich lange einen klaren Entwicklungsvorsprung, ohne aber entscheidend durchzukommen. Bei Andreas verstand ich die Partie überhaupt nicht, er hatte als Schwarz im Königsinder nach weniger als 10 Zügen die Bauernstruktur h5-g4-f4-f7. Alex verrannte sich irgendwie und hatte, wenn ich mich recht entsinne, auch einen Minusbauern, bei Michael war es recht ausgeglichen. Dann ging bei Jonas irgendwas schief und er hatte T+L gegen D, es war für mich nicht so ganz zu verfolgen, aber irgendwann gab er auf. Derweil konnte Nik gewinnen, Feiya musste aufgeben, und irgendwie übersah Alex Gegner bei einem Abtauschversuch etwas, so dass Alex den Sieg einfahren konnte. Etwas später hatte Ramona zwar materiellen Vorteil, irgendwie kam es aber wohl zur dreifachen Stellungswiederholung. Auch bei Michael gab es ein Remis, es stand also 3:3, und es spielten noch Andreas (in seiner ersten Saison für uns) und ich. Bei Andreas kam es zu einer wilden Zeitschlacht, bei der die Uhr das Ganze trotzdem irgendwie überlebt hat und es gewisse Diskussionen gab, wer auf wessen Zeit sein Formular vervollständigen musste. Die Stellung nach der Zeitkontrolle konnte ich nicht beurteilen. Ich kam dagegen in ein Endspiel, bei dem, wenn überhaupt, ich wohl eher Siegchancen hatte. Was bedeutete, das Alf, Mannschaftsführer und Andreas Gegner, den Eindruck gewann, er müsse auf Sieg spielen.
Wie zu erwarten war, wurde mein Endspiel auf beiden Seiten bei weitem nicht korrekt gespielt, ich übersah mehrere Siegwege und öffnete sogar den Weg zum Remis, dieser wurde aber nicht ergriffen.

51. …Kf8 52. Lc3 a5
Lxf7 würde jetzt schnell gewinnen, aber das übersah ich.
53. a4 Lc7 54. Lb2 Ld6 55. Ld3 Kg8

56. g6?! hxg6+ 57. Kxg6? g6 war schon nicht gut, jetzt muss aber Lxg6 folgen. Denn mit 57. … Se5+ erzwingt Schwarz das Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern.
57. … Kf8? 58. Kf5 Lc5 59. Lc2 Wieder ungenau, Lc1 wäre besser.

59. … Sd6+ 60. Ke6 Se8? Mit Sc4 61. Lc1 Le3 tauscht Schwarz die schwarzfeldrigen Läufer und hält bei korrekten Spiel wohl Remis.

61. Lg6 Sc7+ 62. Ke5 Se8? Mit Lxe8 läuft der f-Bauer durch, sber auch so gibt es wohl keine Rettung mehr.

63. Lc1 Sxf6 64. Kxf6 Es ging noch 8 Züge weiter, aber das ist jetzt leicht gewonnen für Weiß.

Parallel konnte Andreas seine Stellung dann auch gewinnen, und so endete der Kampf 5:3. Rein vom Verlauf der Kämpfe dürften wir um den Aufstieg spielen, aber gerade aufgrund von diversen Ausfällen war der freiwillige Abstieg eine vernünftige Entscheidung.