Gestern kam es zu einem Spitzenspiel, der Tabellendritte trat bei Tabellenführer an. Für einen Aufstieg wäre ein Sieg wohl wichtig gewesen, da wir noch eine spielfreie Runde vor uns haben. Und so versuchten wir auch, eine möglichst starke Mannschaft aufzustellen, und vom DWZ-Schnitt war es auch unsere bislang zweitbeste Aufstellung. Unser Plan hatte trotzdem ein kleines Problem mit der Ersatzrangliste des HSK, so dass wir als 1574:1660 Außenseiter antraten. Aber Zahlen sind nicht immer alles.
Die ersten interessanten Entwicklungen gab es bei Andreas gegen einen nachgemeldeten DWZ-losen Spieler und bei Mattis, der mit DWZ 1209:1693 erstaunlich stark stand, anscheinend hat er seinen Gegner mit einer Eröffnungsfalle überrascht, und seine Dame hat es sich gegen den zentralen König auf b7 gemütlich gemacht. Bei Andreas verwirrte dagegen die „Strategie“, die Hälfte der Bedenkzeit für die ersten 6 Züge zu investieren. Michael stand nicht so gut, bei Alex war es ausgeglichen, ich (einer von 2 Diogenesen mit klaren DWZ-Vorteil) hatte Raumvorteil, Ramona und Feiya standen ausgeglichen, und auch Jonas stand recht ausgeglichen.
Die ersten Punkte kamen dann bei Feiya, die auf den ersten Blick kurz vor dem mattsetzen stand, bei genauerer Betrachtung gab ich Gegner aber zu unrecht auf. Auch Mattis konnte gewinnen, Andreas ging erstaunlicherweise die Zeit und auch die Stellung aus, und Alex musste wohl eine Remisschaukel anbieten. Zwischenstand 2,5:1,5, ich hatte Vorteil, Michael stand weiterhin nicht gut, Ramona stand ausgeglichen, und dann fiel die Stellung von Jonas doch auseinander – da kann man gegen die 312 der HSK-Rangliste wohl etwas mehr erwarten, einen gewissen Helge Colpe mit einer lächerlichen DWZ von 1974 (also gerade mal eine Differenz von 612 Punkten).
Dann erlaubte mir – in besserer Stellung – ein Fehler meines Gegners eine schöne Kombination:
Jürgens – Reiner 30. … Sd6? 31. b6 Dc8 32. c7 Td7
Und jetzt kommt der hübsche KO durch ein übersehene Mattdrohung:
33. Sf5 Sxf5 34. Txe8+ Dxe8 35. c8D
Trotz des weiteren Fehlers Td8 ging es noch ein paar Züge mit einer Mehrdame weiter, doch dann war mein Sieg da. Da Michael ungefähr zeitnah verlor, stand es 3,5:3,5, und es spielte mit Ramona noch unsere 2. DWZ-Favoritin. Und es sah eigentlich gut aus, die hatte mittlerweile ein Endspiel mit 2L+5B gegen L+S+4B erreicht. Allerdings gerieten beide Seiten in eine gewisse Zeitnot, und kurz vor der Zeitkontrolle verteidigte Ramona eine angegriffenen Bauern, übersah dabei aber, dass der Springer auch ihren Läufer angriff, und Figureneinsteller sind gerade im Endspiel eher kontraproduktiv. Allerdings kämpfte sie weiter und versuchte, das endspiel noch irgendwie zumindest zum Remis zu retten. Als beide Seiten noch weniger als 2 Minuten zur Verfügung hatten – ihr Material war mittlerweile L gegen L+S+B – vergriff sich ihr Gegner, was einen Tausch L gegen S+B bedeutet hätte, und so gab es das Remis zum 4:4. Angesichts der Aufstellungen durchaus ein Erfolg, aber da wäre sicher noch mehr drin gewesen. Die interessante Frag wäre, wie die Wertung eigentlich gewesen wäre, wenn bei Ramonas Gegner das Plättchen gefallen wäre. Spaßeshalber habe ich das mal ausprobiert, und wenn ihr Gegner 18 dämliche Züge in Folge gemacht hätte, hätte Ramona Matt setzen können. Von daher – gut gekämpft.
