Letzten Freitag beendeten wir die Saison auswärts bei Langenhorn 2. Mit einem Sieg hätten wir Platz 1 behauptet, allerdings haben wir in der letzten Spielrunde spielfrei und den Aufstieg nicht mehr selber in der Hand. Die Ausgangssituation wurde nicht gerade dadurch begünstigt, dass wir nur zu siebt antraten. Und so konnten wir in den 6 Runden nur 13 Spieler einsetzen – ich hatte bei Ankunft im Spiellokal die Wahl, mit Weiß an 3 oder mit Schwarz an 4 zu spielen. Ich entschied mich für Weiß, so dass Christopher pro forma zu seinem ersten kampflosen Einsatz kam.
Somit waren wir zwar mit 54 Punkten DWZ-Favorit, starteten aber mit einem Rückstand. Und nach ca. einer Stunde sah es auch nicht gut aus, gefühlt hatten wir an fast jedem Brett einen Minusbauern.
Wenn ich mich recht entsinne, war ich zuerst durch. Eigentlich kam ich gut aus der Eröffnung, übersah aber bei meinem Angriffsversuch ein potentielles ein Zwischenschach, das mir erwähnten Minusbauern bescherte. Als ich letztlich meinen nicht ganz sauberen Gegenangriff startete, übersah mein Gegner eine Komination, in der er eine Qualität für einen schwer aufhaltbaren Bauernvorstoß hätte geben müssen, und stellte lieber den Vorteil weg.
Jürgens – Gross
Die stärkste Variante für Schwarz dürfte jetzt 16. … Dxb2 17. Sxd5 Sxd5 18.exd5 b5 (der Dame werden die Felder knapp) 19. Da5 Td6, und während der d5 erst mal aufgehalten ist, wird der c4 verdammt schnell. Statt dessen kam der auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aussehende Zug
16. … dxe4? 17. fxe4 Ld7? (Lg4 hält wohl erst mal Ausgleich) 18.e5 Dxb2? (eher ein Verzweifelungszug) 19. exf6 Lxf6 20. Txd7 Ta6 21. Dxc4 Lxc3 und dann der Zug, mit dem mein Gegner nicht gerechnet hatte, 22. Txb7
Aber um mal eine typische Auftaktaufgabe von Markus zu stellen: welcher Zug wäre hier besser gewesen?
2 Züge später sah ich dieses Motiv dann doch und musste dann etwas rumschieben, aber letztlich holte ich das 1:1.
Wenig später holte Klaus ein Remis, aber an den weiteren Brettern sah es nicht gut aus. Jonas wurde gewaltig zusammen geschoben, und Feiya geriet nach einem optimistischen Bauernklau stark unter Druck. Die neuralgische Situation war folgende:
Zheng – Heitmann
Feiya hatte hier die Befürchtung, dass ihre Dame gefangen wird, und traute sich nicht auf h2 zu nehmen, aber das hätte funktioniert:
1. Kxh2 Dxh7 2. Sxd5 cxd5 3. Dxd5 Dd4 -+
Nicht gut, aber in dieser Spielklasse noch spielbar. In unserer Analyse überlegten wir noch die Partiefortsetzung 1. Sxf6 gxf6 und dann war die Überlegung 2. Kh2, aber Teg8 ist doch mattträchtiger als wir in der Analyse glaubten.
Das war also der Rückstand, und wenig später dann auch die absehbare Niederlage, da sowohl Michael als auch Alex als DWZ-Favoriten nicht mehr schummeln konnten und Remis spielten. Denn Jonas wehrte sich zwar lange gegen Hugo Schulz, aber vergeblich.
Bliebe noch Ramona. Ihre Stellung krieg ich leider nicht mehr zusammen, aber sie hatte eine Minusqualle, aber einen weißen Bauern auf h7. Und das ging natürlich wieder bis kurz vor 11, als Ramona es schaffte, die Stellung so zu kneten, dass ihr Gegner zumindestens einen Turm geben musste. Als sie kurz vor dem Matt stand, gab es allerdings noch einen kleinen Schlenker. Ihr Gegner setzte mit Tb2 Schach, und Ramona hatte für ihnen Kf2 5 mögliche Ausweichzüge. Zurück auf die Grundlinie hätte weitere Turmschachs verhindert, Kf1 hätte sofortig Matt gedroht, es gab aber auch die Felder e3 und g3. Da ein schwarzer Springer gedeckt auf f4 stand, wären Kg3 und Ke3 Selbstmatt gewesen. Also zog sie Ke3 und ihr Gegner übersah Te2#. 3 Züge später war ihr Sieg eingetütet, Endstand 3,5 : 4,5.
Damit stehen wir schon vor der letzten Runde nur auf Platz 2. Die Saison hat durchaus Spaß gemacht, es hat sich aber auch gezeigt, dass der freiwillige Abstieg Sinn machte, in der Breite wäre der Kader nicht Bezirksligatauglich gewesen. Zur Einzelkritik:
Michael hat mit 3/6 30 DWZ-Punkte eingestellt, in der kombinierte Rolle als Mannschaftsführer, Vater und Brett 1 hat sein Spiel wohl doch etwas belastet.
Alex musste leider zweimal bei Diogenes 2 einspringen und konnte so nur 2,5/4 holen. Dazu kam 1/2 in der Landesliga, womit er die DWZ ungefähr halten konnte.
Auch Andreas sprang einmal oben ein und holte bei uns 2,5/4, womit er seine Zahl leicht verbessern konnte.
Ich hatte immer einen klaren DWZ-Vorteil und konnte so mit 4/4 nur 21 Punkte gewinnen.
Ramona spielte durch, holte aber nur 2,5/6 und verlor damit 26 Punkte. Sie hatte spürbar mit der verkürzten Zeit (90 + 30 ihne Inkrement) und wohl auch mangelnder Spielpraxis zu kämpfen.
Klaus kam öfters erst nach Kampfbeginn und verlor mit 2,5/4 25 DWZ-Punkte.
Feiya konnte mit 2,5/5 52 DWZ-Punkte gewinnen, da sie nur gegen DWZ-stärkere Gegner spielte.
Der 8. Stammspieler war Jonas, 2/6 kosteten ihn 31 DWZ-Punkte. In seinem Alter sind Abendkämpfe schon gewöhnungsbedürftig, und zweimal durfte er auch gegen klar stärkere Gegner antreten.
Darüber hinaus kamen noch Gerrit, Malte, Nick, David und der herausragende Mattis (3/3, +172 DWZ) zum insgesamt 8 Einsätzen. Theoretisch hatten wir ja die stärkste Truppe in der Liga, in der Praxis waren wir 202 DWZ-Punkte schwächer aufgelaufen. Mit 7 von 12 möglichen Punkten dürften wir irgendwo im Mittelfeld landen, aber es ging bei unserer Mannschaft ja auch mehr um den Spaß am Spiel und die Nachwuchsförderung. Mal schauen, wie es nächste Saison weiter geht.
