{"id":3055,"date":"2018-02-05T13:47:07","date_gmt":"2018-02-05T12:47:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.scdiogenes.de\/wordpress\/?p=3055"},"modified":"2018-02-05T13:47:07","modified_gmt":"2018-02-05T12:47:07","slug":"dio-i-klare-niederlage-und-ein-kuriosum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.scdiogenes.de\/wordpress\/?p=3055","title":{"rendered":"Dio I &#8211; Klare Niederlage und ein Kuriosum"},"content":{"rendered":"<p>Gestern spielten wir ausw\u00e4rts bei den Schachfreunden Hamburg.<\/p>\n<p>Die Schachfreunde spielten mit 1-8, wir mussten wie leider schon h\u00e4ufiger auf Almar und Axel verzichten, daf\u00fcr spielten Kai und Leon. Auf dem Papier machte uns das an jedem Brett zum Au\u00dfenseiter.<\/p>\n<p>Als Kooperationsvereine, die seit ein paar Jahren eine gemeinsame Vereinsmeisterschaft bei den Schachfreunden veranstalten, w\u00e4hrend in der Jugend die Schachfreunde bei uns mitspielen um an Jugendk\u00e4mpfen teilnehmen zu k\u00f6nnen, sollte es eigentlich ein freundschaftlicher Kampf werden. So bedanke ich mich an dieser Stelle recht herzlich f\u00fcr freie Getr\u00e4nke und S\u00fc\u00dfigkeiten!<\/p>\n<p>Der angesetzte Schiri fiel aufgrund eines eigenen Einsatzes f\u00fcr seinen Verein in der Landesliga aus, daf\u00fcr sprang ein recht neuer Schiri ein. Das anf\u00e4ngliche Problem die Uhren einzustellen konnte gel\u00f6st werden, sodass es dann auch p\u00fcnktlich losgehen konnte.<\/p>\n<p>Fabian spielte gegen Frank Sawatzki (Brett 1) eine Variante, die ihm schon manches Remis gegen GMs eingebracht hatte. Irgendwie lief in der Er\u00f6ffnung aber etwas gewaltig schief,\u00a0sodass er furchtbar stand, dann irgendwann auf einmal sehr gut, dann wieder ausgeglichen. So ist das remis am Ende vielleicht nicht ganz unberechtigt. Roman und sein Gegen\u00fcber Uwe Bokelbrink (2) sind beide f\u00fcr interessante Partien bekannt. So \u00fcberraschte es nicht, dass eine Stellung mit entgegengesetzten Rochaden entstand, in der nur die Frage war, wer seinen Gegen\u00fcber\u00a0schneller\u00a0zerlegt. Leider wieder mit dem besseren Ergebnis f\u00fcr den Gegen\u00fcber. Roman\u00a0ist mit bislang 1\/6\u00a0sicherlich nicht ganz gl\u00fccklich, interessante Partien sind allerdings immer garantiert und auch die Punkte werden wieder kommen. Meine Partie gegen Hans Hermesmann (3) war ein eigenes Kuriosum, mehr dazu sp\u00e4ter. Stefan geriet gegen Jan-Paul Ritscher (4) relativ fr\u00fch in die Defensive, da war auch irgendetwas schief gelaufen, wenig sp\u00e4ter war die Partie dann vorbei. Christian und Marc Kluenger (5) waren beide mit einem Remis nach der Er\u00f6ffnung einverstanden. Bei Tom und Martin Zimmermann (6) entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Zu einem Zeitpunkt sah ich Tom im Nachteil, irgendwie befreite er sich aber und landete im Turmendspiel mit 5 gegen 5 Bauern, letztendlich remis. Auch bei Kai und Marco Jaeckle (7) sah es lange ausgeglichen aus. Ich habe nicht genau mitbekommen wie, aber irgendwie war Kai auf einmal Matt. Leon\u00a0war gegen J\u00fcrgen Dietz (8) anscheinend nicht komplett auf 1. f4 eingestellt, spielte dann aber einen soliden Aufbau. Zwar musste er immer mal genau hinschauen, meinem Eindruck nach verlie\u00df die Partie aber nie den Remisweg und brachte damit den ersten halben Punkt f\u00fcr Leon in unserer ersten Mannschaft.<\/p>\n<p>Kommen wir zum Kuriosum des Kampfes, meiner Partie. Es begann damit, dass ich bei Partiebeginn kurz auf meinen Gegner wartete, bis er Platz genommen hatte, w\u00e4hrend die anderen schon starteten. Soweit alles normal. Dann spielten wir 2 Z\u00fcge, bis mein Gegner aufstand, sagte er bringe sein Handy zum Auto und mit Handy das Turnierareal verlie\u00df. Gut, hier h\u00e4tten wie bei einer Reklamation 1:0 gef\u00fchrt, ich verzichtete darauf, da\u00a0ich keinen T\u00e4uschungsversuch vermutete und eine Reklamation mir insbesondere beim Kooperationsverein ein wenig albern erschien. Dann ging es weiter, es entwickelte sich eine interessante Partie. Unter Bauernopfer gelang es mir irgendwie alle seine Figuren komisch zu stellen, ohne es gepr\u00fcft zu haben muss das unheimlich gut f\u00fcr mich gewesen sein. Anschlie\u00dfend spielte ich vermutlich nicht ideal weiter, wonach es wieder offen wurde. Schlie\u00dflich kam Zug 27. Mein Gegner fasste seinen Turm an, zog ihn 4 Felder weit, stellte ihn wieder aufs Ausgangsfeld, sagte &#8222;j&#8217;adoube&#8220; und\u00a0versank wieder in Nachdenken. Letztendlich zog er doch den Turm, weshalb ich wieder still blieb. Im 35. Zug bot ich schlie\u00dflich bei gleichem Material remis, was mein Gegner ablehnte, sein gutes Recht. Im 42. Zug, also mehr als 5 Z\u00fcge und eine Zeitkontrolle sp\u00e4ter, bot ich bei\u00a0nahezu entschiedenem Kampf und gleichem Material\u00a0in passiver Stellung erneut remis an. Nun h\u00e4tte mein Gegner legitimerweise ablehnen und weiterspielen k\u00f6nnen.\u00a0Stattdessen passierte etwas, wo ich leichte Schwierigkeiten hatte meine Contenance zu wahren, ich schwankte zwischen Emp\u00f6rung und Gel\u00e4chter. Was war passiert? Mein Gegner rief den Schiri und reklamierte auf Partiegewinn\u00a0aufgrund wiederholten Remisangebots, w\u00e4hrend er selber in dieser Partie bereits\u00a0mehrfach\u00a0gegen FIDE-Regeln versto\u00dfen hatte (nebenbei bemerkt ironischerweise zus\u00e4tzlich zu bereits beschriebenem gegen die Vorgabe Remisangebote entsprechend der Regeln auf dem Partieformular zu notieren). Bleibt nat\u00fcrlich noch zu sagen, dass eine solche Reklamation v\u00f6lliger\u00a0Unsinn ist, wenn man sich mit den FIDE-Regeln besch\u00e4ftigt. Dort findet sich unter Artikel 9.1.2.1. die Aussage, dass ein Remisangebot zu einer beliebigen anderen Zeit g\u00fcltig ist, sofern Artikel 11.5. ber\u00fccksichtigt wird. Artikel 11.5 wiederum sagt, dass es verboten ist den Gegner abzulenken bzw. zu st\u00f6ren, unter anderem durch ungerechtfertigtes Antragstellen oder ungerechtfertigtes Remisbieten. Das ungerechtfertigte Remis, worauf mein Gegner reklamierte ist beim zweiten Remisangebot mit mehren Z\u00fcgen dazwischen sicherlich nicht zu sanktionieren, zumal vorm Partieverlust nach Artikel 12.9 noch andere mildere Strafen\u00a0m\u00f6glich w\u00e4ren. Tats\u00e4chlich h\u00e4tte ich aufgrund des Antrags meines Gegners das Recht darauf gehabt, dass der Schiedsrichter meinen Gegen\u00fcber sanktioniert, witzigerweise aufgrund genau des Artikels, auf den er selbst reklamierte.<\/p>\n<p>Weitere mehr als 20 Z\u00fcge sp\u00e4ter, in der zweiten H\u00e4lfte der sechsten Stunde, als klar war, dass er die Partie\u00a0zu seinen Gunsten entscheidet und ich weit weniger als 10 Minuten Restzeit hatte stand er nach seinem Zug auf, stellte sich hinter seinen Stuhl und starrte mich an (zumindest kam es mir so vor). Dann ging er aus dem Raum.\u00a0Ich entschied mich dazu aufzugeben. Die Gr\u00f6\u00dfe sitzen zu bleiben und auf meinen Gegner zu warten hatte ich in diesem Moment leider nicht, also hielt ich dir Uhr an, baute meine Grundstellung auf, trug das Ergebnis ein, unterschrieb die Partieformulare f\u00fcr den Schiedsrichter und rechnete mit ihm die Schiedsrichterkosten ab. Anschlie\u00dfend verlie\u00df unsere Mannschaft den Spielort.<\/p>\n<p>Unterm Strich haben wir 2:6 verloren. Vermutlich etwas zu hoch, jedoch verdient verloren. Dazu bleibt die Erkenntnis, dass ich mich freue in einer Mannschaft zu spielen, in der ich bei niemandem mit Sp\u00e4\u00dfen dieser Art zu rechnen habe. Vielen Dank daf\u00fcr!<\/p>\n<p>F\u00fcr uns geht es am 25.2. weiter, wenn wir als aktueller Vorletzter das Schlusslicht aus Bargteheide zum m\u00f6glicherweise vorentscheidenden Abstiegskrimi empfangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern spielten wir ausw\u00e4rts bei den Schachfreunden Hamburg. 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